Heizungsausfall in Prenzlau: Mieter frieren seit Wochen - Vermieter reagiert mit Container-Lösung
Heizungsausfall in Prenzlau: Mieter frieren seit Wochen

Heizungsausfall in Prenzlau: Mieter frieren seit Wochen - Vermieter reagiert mit Container-Lösung

Seit Wochen herrschen in einem Wohnblock in der Prenzlauer Baustraße unzumutbare Zustände. Dutzende Mieter leiden unter einem Komplettausfall der Heizungsanlage und Problemen mit der Warmwasserversorgung. Die Bewohner sind verzweifelt und fühlen sich von ihrem Vermieter im Stich gelassen.

Frierende Senioren und gesundheitliche Bedenken

Vera Dollerschell, eine 72-jährige Rentnerin, muss seit Wochen mit Strickweste, Strumpfhose und dicken Socken in ihrer Wohnung herumlaufen. "Ich habe zwar neue Heizkörper bekommen, doch was nützen die, wenn es durch die alten Fenster wie Hechtsuppe zieht?", klagt sie. Teilweise musste sie Temperaturen von nur 14 Grad Celsius in ihren Zimmern ertragen. Die Situation wurde durch den plötzlichen Komplettausfall der Heizungsanlage in ihrem Wohnblock noch verschärft.

Im Nachbaraufgang in der Baustraße 41 sind Monika und Fred Ballin ähnlich betroffen. Der Zustand dauert ihrer Schilderung nach seit Weihnachten 2025 an. "Über acht Wochen lang war der kleine Badheizkörper manchmal der einzige, der warm wurde in der Wohnung", berichtet die 64-jährige Monika Ballin, die an COPD leidet. Ihr fehlt vor allem das warme Wasser: "Ich muss krankheitsbedingt oft duschen. Das konnte ich jetzt meistens nicht."

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Provisorische Lösung und Kommunikationsprobleme

Die Wohnbau GmbH Prenzlau, die als Verwalterin der Immobilie fungiert, bestätigte den Heizungsausfall am Abend des 13. Januar 2026. Eine unmittelbare Reparatur war aufgrund des Schadensbildes nicht möglich. Stattdessen wurde in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Prenzlau am 14. Januar 2026 ein Heizcontainer als provisorische Lösung installiert.

Wencke Lippski, Leiterin Unternehmensorganisation & Kundenservice der Wohnbau GmbH, erklärte: "Bei dem Vorfall handelte es sich um eine nicht vorhersehbare Havariesituation, auf die jedoch umgehend reagiert werden konnte." Sie dankte den Stadtwerken für die schnelle Unterstützung.

Doch die Mieter sind mit dieser Lösung unzufrieden. Fred Ballin, ein 66-jähriger Landmaschinenschlosser, moniert die schlechte Kommunikation: "Entweder klingelt das Telefon ins Leere, oder man hat jemanden in einem Callcenter dran, der sich gar nicht auskennt mit unserer Problematik." Er fühlt sich hilflos: "Es gibt nicht mal jemanden, bei dem man seinen Frust ablassen kann."

Angst vor hohen Energiekosten

Von der Nutzung der vom Vermieter zur Verfügung gestellten Elektroheizkörper haben viele Mieter abgesehen. Vera Dollerschell und Familie Ballin fürchten, dass ihnen die Energiekostenrechnung später um die Ohren fliegt. "Das kann doch kein Mensch bezahlen", sagt Vera Dollerschell.

Aktuell messen die Ballins in ihrer Wohnung knapp über 21 Grad, doch sie glauben nicht, dass dieser Zustand von Dauer sein wird. Die Mieter hoffen auf eine dauerhafte Lösung und bessere Kommunikation seitens der Wohnbau GmbH, um die kalten Tage endlich hinter sich lassen zu können.

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