Heizungsdrama in Prenzlau: Mieter frieren trotz Notlösungen in ihren Wohnungen
In der Prenzlauer Baustraße herrscht seit Wochen ein unerträglicher Zustand für die Bewohner. Vera Dollerschell, eine 72-jährige Rentnerin, muss in ihrer Wohnung mit Strickweste, Strumpfhose und dicken Socken ausharren, um der Kälte zu trotzen. Temperaturen von teilweise nur 14 Grad Celsius in den Zimmern sind für sie und andere Mieter zur traurigen Realität geworden.
Komplettausfall verschärft die Situation
Die Lage eskalierte durch einen plötzlichen Komplettausfall der Heizungsanlage im Wohnblock. „Der vor dem Haus aufgestellte Container hat nur bedingt etwas gebracht“, klagt Vera Dollerschell. Die provisorische Lösung durch einen Heizcontainer reicht bei weitem nicht aus, um die Wohnungen angemessen zu beheizen. Besonders kritisch ist die Situation beim Warmwasser, das kaum noch verfügbar ist.
Monika und Fred Ballin, seit über zehn Jahren in der Baustraße wohnhaft, schildern ähnliche Probleme. Seit Weihnachten 2025 dauert dieser Zustand an. „Über acht Wochen lang war der kleine Badheizkörper manchmal der einzige, der warm wurde in der Wohnung“, berichtet Monika Ballin, die als COPD-Patientin dringend auf warmes Wasser angewiesen ist.
Schlechte Kommunikation und Hilflosigkeit
Die Kommunikation mit dem Vermieter, der Wohnbau GmbH Prenzlau, wird von den Mietern als „überaus mies“ beschrieben. Fred Ballin, ein gelernter Landmaschinenschlosser, fühlt sich hilflos: „Es gibt nicht mal jemanden, bei dem man seinen Frust ablassen kann oder der einem sagt, wie es weitergeht.“ Telefonate verlaufen oft ins Leere oder enden bei Callcenter-Mitarbeitern, die mit der Problematik nicht vertraut sind.
Die Mieter scheuen sich zudem, die vom Vermieter bereitgestellten Elektroheizkörper zu nutzen, aus Angst vor explodierenden Energiekosten. „Das kann doch kein Mensch bezahlen“, so die einhellige Meinung.
Stellungnahme der Verwalterin
Wencke Lippski, Leiterin Unternehmensorganisation & Kundenservice der Wohnbau GmbH, bestätigt den Heizungsausfall am Abend des 13. Januar 2026. Sie erklärt, dass es sich bei dem Objekt um eine Wohnungseigentumsanlage (WEG) handelt, bei der nicht alle Wohnungen im alleinigen Eigentum der GmbH stehen. Dennoch übernimmt das Unternehmen die Verwaltung der Immobilie.
Laut Lippski wurde in enger Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Prenzlau bereits am 14. Januar 2026 eine alternative Heizungsanlage als provisorische Lösung installiert. „Bei dem Vorfall handelte es sich um eine nicht vorhersehbare Havariesituation, auf die jedoch umgehend reagiert werden konnte“, heißt es in der Stellungnahme. Für eventuelle Unannehmlichkeiten bittet das Unternehmen um Verständnis.
Trotz dieser Maßnahmen bleiben die Mieter unzufrieden. Aktuelle Messungen zeigen zwar knapp über 21 Grad in einigen Wohnungen, doch die Skepsis ist groß, ob diese Verbesserung von Dauer sein wird. Die Bewohner fordern nachhaltige Lösungen, um nicht weiter in kalten Wohnungen ausharren zu müssen.



