Ifo-Ökonom Fuest warnt: Verschärfte Mietpreisbremse verschlimmert Wohnungsnot
Ifo warnt: Schärfere Mietpreisbremse verschlimmert Wohnungsnot

Ifo-Ökonom warnt vor Verschärfung der Mietpreisbremse

Der Präsident des Münchner Ifo-Instituts, Clemens Fuest, hat eindringlich vor einer Verschärfung der Mietpreisbremse gewarnt. Nach seiner Einschätzung würde eine strengere Regulierung der Mieten die ohnehin angespannte Wohnungssituation in Deutschland weiter verschärfen und zu noch größerer Wohnungsnot führen.

Gefahr für junge Menschen und Arbeitssuchende

Fuest betonte in seiner Stellungnahme, dass besonders junge Menschen und Arbeitssuchende unter den negativen Folgen einer verschärften Mietpreisbremse leiden würden. „Solche Eingriffe entlasten den Wohnungsmarkt nicht, sie verschlimmern die Knappheit und verringern die Arbeitsmobilität“, erklärte der führende Ökonom. Seine Kritik richtet sich gegen die Forderungen von Justizministerin Stephanie Hubig (SPD), die Mietpreisbremse zu verschärfen.

Wohnungsbau liegt am Boden

Der Wohnungsbau in Deutschland befindet sich nach wie vor in einer kritischen Lage. Die Baukosten sind so stark gestiegen, dass sich der Neubau von Wohnungen für Vermieter vielerorts nicht mehr lohnt. Das Ifo-Institut weist darauf hin, dass die Mieten für neue Wohnungen im Durchschnitt bereits 30 Prozent höher liegen als die Bestandsmieten. In besonders begehrten Großstädten beträgt dieser Unterschied sogar bis zu knapp 50 Prozent.

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Marktverzerrungen durch Mietendeckelung

Fuest und seine Kollegen am Ifo-Institut argumentieren, dass die Deckelung der Mieten mehrere negative Effekte hat:

  • Sie bremst den dringend benötigten Wohnungsbau
  • Sie lässt den Wohnungsmarkt insgesamt einfrieren
  • Mieter ziehen aus Furcht vor höheren Mieten bei einem Wohnungswechsel kaum noch um

Ein besonders problematischer Effekt ist laut Fuest, dass viele Menschen in für sie zu großen Wohnungen bleiben. Der Grund: Ein Umzug in eine kleinere Wohnung wäre trotzdem mit einer höheren Miete verbunden, da Neubaumieten deutlich über den gedeckelten Bestandsmieten liegen.

Forderung nach alternativen Lösungen

Statt einer Verschärfung der Mietpreisbremse plädiert Fuest für Maßnahmen, die den Wohnungsbau aktiv fördern. „Wichtig wären Maßnahmen, die den Wohnungsbau fördern und die Nutzung des Bestands verbessern“, so der Ifo-Chef. Er fordert damit einen grundlegenden Politikwechsel weg von regulatorischen Eingriffen hin zu marktorientierten Lösungen.

In München und anderen deutschen Großstädten formiert sich mittlerweile Widerstand gegen die stetig steigenden Mieten. Anders als Ifo-Präsident Fuest fordern die Demonstranten jedoch genau das Gegenteil: eine Verschärfung der Mietpreisbremse. Diese konträren Positionen zeigen die tiefe Spaltung in der deutschen Wohnungspolitik.

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