Linke fordert Sicher-Wohnen-Gesetz: Mehr Mieterschutz für Berlin
Linke fordert Sicher-Wohnen-Gesetz für Berlin

Linke will mit Sicher-Wohnen-Gesetz Berliner Mieten regulieren

Die Linke in Berlin hat einen umfassenden Gesetzentwurf für mehr Mieterschutz vorgelegt, der als "Sicher-Wohnen-Gesetz" bezeichnet wird. Während ihrer Klausurtagung in Rostock beschloss die Fraktion, einen entsprechenden Antrag an das Berliner Abgeordnetenhaus einzubringen. Das Landesparlament wird darin aufgefordert, dem Entwurf zuzustimmen, um die dramatische Lage auf dem Wohnungsmarkt zu entschärfen.

Dramatische Situation auf dem Berliner Wohnungsmarkt

Die Linke beschreibt die Situation auf dem Berliner Wohnungsmarkt als äußerst kritisch. Die Mieten sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen, was viele Haushalte vor erhebliche finanzielle Herausforderungen stellt. Ein erheblicher Teil der Bevölkerung könne zu fairen Bedingungen keine geeignete Wohnung mehr finden. "Die Lage ist dramatisch und wird immer schlimmer", betont die Fraktion in ihrer Stellungnahme.

Besonders betroffen sind laut Linke die mehr als eine Million Haushalte in Berlin, die aufgrund ihres Einkommens Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein (WBS) und damit eine Sozialwohnung hätten. Das tatsächliche Angebot an Sozialwohnungen reiche dafür bei weitem nicht aus, was zu einem akuten Mangel an bezahlbarem Wohnraum führe.

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Kernpunkte des Sicher-Wohnen-Gesetzes

Das Sicher-Wohnen-Gesetz sieht mehrere Maßnahmen vor, um den Mieterschutz zu stärken und die Wohnungssuche für einkommensschwache Haushalte zu erleichtern:

  • Verpflichtende Quote für Sozialwohnungen: Alle größeren Vermieter in Berlin sollen dazu verpflichtet werden, einen festen Anteil der jährlich neu zu vermietenden Wohnungen an Wohnungssuchende mit Wohnberechtigungsschein (WBS) zu vergeben. Die Höhe des Anteils ist an die Zahl der Mietwohnungen gekoppelt: Bei 50 bis 500 Wohnungen liegt er bei 30 Prozent und steigt auf 50 Prozent bei mehr als 1.000 Wohnungen.
  • Transparenz über Eigentumsstrukturen: Das Gesetz soll für mehr Klarheit über die Eigentumsverhältnisse in Berlin sorgen, um undurchsichtige Praktiken zu verhindern.
  • Verhinderung von Abrissen: Der Abriss von bezahlbarem Wohnraum soll durch gesetzliche Regelungen eingeschränkt werden.
  • Landesamt für Mieterschutz: Ein neu zu schaffendes Landesamt soll unter anderem für die Verfolgung von Mietwucher zuständig sein und Mieter vor überhöhten Mieten schützen.

Politische Reaktionen und Forderungen

Die Linke-Spitzenkandidatin für die Abgeordnetenhauswahl, Elif Eralp, kritisierte scharf die bisherige Politik des Berliner Senats unter Kai Wegner. "Kai Wegners Senat tut viel zu wenig, um die Mieterinnen und Mieter in unserer Stadt vor dreisten Vermietern und teuren Mieten zu schützen", sagte Eralp. Mit dem Sicher-Wohnen-Gesetz biete die Linke den anderen Fraktionen die Gelegenheit zu zeigen, wie ernst sie es mit dem Mieterschutz meinen.

Das Gesetz zielt darauf ab, die Chancen von Menschen auf eine Wohnung zu erhöhen, die über nicht viel Einkommen verfügen. Durch die verbindlichen Quoten für Sozialwohnungen soll der Zugang zu bezahlbarem Wohnraum deutlich verbessert werden. Die Linke betont, dass diese Maßnahmen notwendig seien, um den sogenannten Mieten-Notstand in Berlin zu bekämpfen und langfristig für mehr soziale Gerechtigkeit auf dem Wohnungsmarkt zu sorgen.

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