Schweriner Mieterin erkältet: Dusche ohne heißes Wasser löst Streit aus
In Schwerin hat ein scheinbar kleines Problem mit der Dusche zu einem handfesten Mietstreit geführt. Samantha Braun, Mieterin in der Rahlstedter Straße im Stadtteil Lankow, musste in den vergangenen Tagen eine unangenehme Erfahrung machen: Statt einer wohltuenden heißen Dusche kam nur lauwarmes Wasser aus der Leitung.
Erkältung verschärft die Situation
Die Situation eskalierte, als Samantha Braun mit einer starken Erkältung erkrankte. „Ich bin mit einer starken Erkältung erkrankt, wollte duschen und bekam kein heißes Wasser“, schildert die Mieterin ihre verzweifelte Lage. Sie habe nachgemessen und festgestellt, dass das Wasser lediglich 32 Grad Celsius erreichte – für eine heiße Dusche völlig unzureichend. Gerade in ihrem geschwächten Gesundheitszustand hätte sie die wärmende Dusche dringend benötigt.
Abgebrochener Reparaturversuch
Nachdem Braun die Schweriner Wohnungsgesellschaft in der ersten Februarwoche informiert hatte, erschienen zwar Hausmeister und Sanitärfachmann. Doch die sichtbaren Erkältungssymptome der Mieterin verunsicherten die Handwerker offenbar so sehr, dass sie den Einsatz nach wenigen Minuten abbrachen. „Melden Sie sich bitte, wenn Sie gesund sind“, lautete die kurze Anweisung, bevor die Fachleute die Wohnung verließen.
Für die erkrankte Mieterin war diese Reaktion schwer nachvollziehbar. Sie verfasste einen Brief mit der dringenden Bitte um sofortige Reparatur. Als Antwort erhielt sie die Mitteilung, dass mit dem vorhandenen warmen Wasser eine ausreichende Hygiene möglich sei. Zusätzlich wurde sie aufgefordert, nach ihrer Genesung einen ärztlichen Nachweis einzureichen. „Das kann doch so nicht sein“, monierte Braun daraufhin und zog schließlich einen Anwalt zu Rate.
Reaktion der Wohnungsgesellschaft
Vorstand Manuela Kuhnke von der Schweriner Wohnungsgesellschaft bestätigte den Vorgang und schilderte die Unternehmenssicht: „Man sei umgehend vor Ort gewesen. Die Prüfung habe ergeben, dass die Mischbatterie zu wechseln sei. Die Versorgung mit warmen, nicht heißem Wasser an dem besagten Anschluss war allerdings gegeben“, erklärte Kuhnke.
Der zunächst abgebrochene Einsatz sei auf den Gesundheitsschutz zurückzuführen. „Aus Sicht des Mitarbeiters und seiner eigenen Vorerkrankung war es in den ungelüfteten Räumen und der Erkrankung der Mieterin nicht möglich, sich länger aufzuhalten“, so die Vorstandsvorsitzende. Man habe diese Entscheidung respektiert und einen neuen Termin vereinbaren wollen.
Lösung nach Anwaltseinschaltung
Erst nachdem Samantha Braun ihr Anliegen mit anwaltlicher Unterstützung formuliert hatte, reagierte die Wohnungsgesellschaft entschiedener. Obwohl Angebote der Mieterin, die Wohnung während der Arbeiten zu verlassen, erst am Freitag, dem 13. Februar, eingingen, beauftragte das Unternehmen bereits im Vorfeld eine weitere Firma.
„Wir haben dennoch im Vorfeld umgehend reagiert und eine weitere Firma beauftragt, die trotz der gesundheitlichen Aspekte unserer Mieterin die Mischbatterie getauscht hat“, erläuterte Kuhnke die schließlich gefundene Lösung. Seit den Mittagsstunden des 13. Februars fließt nun wieder heißes Wasser durch die neue Mischbatterie im Badezimmer der Schweriner Mieterin.
Der Fall zeigt, wie scheinbar kleine technische Defekte in Verbindung mit besonderen Lebensumständen zu ernsthaften Konflikten zwischen Mietern und Vermietern führen können. Die Balance zwischen Gesundheitsschutz der Handwerker und den berechtigten Ansprüchen der Mieter auf funktionierende Hausinstallationen bleibt dabei eine Herausforderung für alle Beteiligten.



