Wohnraumförderung in Strasburg: Bürgermeister fordert Reform für ländliche Räume
Strasburgs Bürgermeister fordert Reform der Wohnraumförderung

Wohnraumförderung in Strasburg: Bürgermeister fordert Reform für ländliche Räume

Die Wohnraumförderprogramme des Landes Mecklenburg-Vorpommern müssen nach Ansicht von Strasburgs Bürgermeister Klemens Kowalski dringend überarbeitet werden. Der parteilose Bürgermeister hatte dieses Thema bereits beim Bürgerforum mit Ministerpräsidentin Manuela Schwesig in Pasewalk angesprochen und nun konkrete Reformvorschläge unterbreitet.

Probleme im ländlichen Raum

Gemeinsam mit der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft Strasburg hat Kowalski aufgezeigt, wo die aktuellen Förderprogramme nicht zur Realität im ländlichen Raum passen. Die strukturellen Probleme betreffen kommunale Wohnungsgesellschaften in ländlichen Grundzentren in der gesamten Fläche Mecklenburg-Vorpommerns. Die Ausgangslage sei überall dieselbe: Wohnungsmangel im Stadtkern bei gleichzeitigem Leerstand in den Ortsteilen, eine alternde Bevölkerung, ein hoher Anteil transferabhängiger Haushalte und Wohnungsgesellschaften, die mit den bestehenden Förderinstrumenten ihren Bestand nicht zukunftsfest aufstellen können.

Finanzielle Herausforderungen

Eine detaillierte Analyse zeigt laut Kowalski, dass die rechnerisch vorgesehenen Fördermieten von 6,00 Euro je Quadratmeter in der Praxis häufig nicht erreichbar sind und sich real eher bei rund 5,30 Euro je Quadratmeter bewegen. Gleichzeitig verliere die Miete über die lange Bindungsdauer erheblich an Kaufkraft und liegt nach 40 Jahren nur noch bei etwa 70 Prozent des Ausgangswerts. Parallel würden die Sanierungskosten deutlich ansteigen und könnten perspektivisch bis zu 2.900 Euro je Quadratmeter erreichen, ohne dass dafür ausreichende Refinanzierungsmöglichkeiten bestehen. Hinzu komme, dass mehrere Förderprogramme derzeit eingeschränkt oder ganz ausgesetzt sind.

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Konkrete Reformvorschläge

„Unser Ziel war es, nicht nur Probleme zu benennen, sondern Lösungen auf den Tisch zu legen“, erklärt Bürgermeister Klemens Kowalski. Kern der Vorschläge sei eine stärkere Ausrichtung an der wirtschaftlichen Realität:

  • Mietanpassungen sollten sich künftig an der Inflation orientieren
  • Die Bindungsdauer soll auf 20 Jahre mit Verlängerungsoption verkürzt werden
  • Eine verpflichtende Sanierungsrücklage für die Unternehmen
  • Eine bessere Abstimmung mit den vom Jobcenter gezahlten Kosten der Unterkunft

Dialog mit der Landesregierung

„Wenn Förderung und Realität zusammenpassen, können wir dauerhaft bezahlbaren Wohnraum sichern“, ergänzt GWG-Geschäftsführer Michael Schiffner. Die Wohnraumförderprogramme des Landes seien in ihrer Grundkonzeption gut gemeint, in ihrer aktuellen Ausgestaltung aber strukturell reformbedürftig. Man bitte die Landesregierung dringend, die Reformvorschläge zu prüfen und einen schnellen und effizienten Dialog mit den kommunalen Wohnungsgesellschaften und ihren Verbänden aufzunehmen.

Die Stadt Strasburg und die GWG Strasburg mbH verstünden ihre Stellungnahme als konkreten Beitrag für praktikable Lösungen im ländlichen Raum und stehen für den weiteren Dialog bereit. „Dass die Ministerpräsidentin dieses Thema aktiv aufgreift und den Dialog sucht, ist ein starkes Signal für unsere Region. Dafür danken wir ihr ausdrücklich“, betont Bürgermeister Kowalski abschließend.

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