Terrassenbau für Heimwerker: So planen und bauen Sie Ihre eigene Terrasse
Eine eigene Terrasse verwandelt jeden Garten in ein zweites Wohnzimmer. Hier wird gegessen, entspannt, gefeiert. Und wer geschickt plant und über handwerkliches Geschick verfügt, kann sie sogar selbst bauen. Spezielle Fachkenntnisse sind nicht erforderlich, aber eine sorgfältige Vorbereitung und Ausführung sind entscheidend für ein gelungenes Ergebnis.
Welcher Belag für die Terrasse?
Die Wahl des Terrassenbelags ist eine grundlegende Entscheidung. Holz wirkt warm und natürlich, fühlt sich barfuß gut an. Heimische Sorten wie Lärche und Douglasie sind beliebt, während tropische Hölzer wie Bangkirai, Cumaru oder Garapa als besonders robust gelten. Der Nachteil von Holz ist, dass es regelmäßige Pflege und eine stabile Unterkonstruktion benötigt.
Steinplatten sind eine langlebige und pflegeleichte Alternative. Betonplatten sind günstig und in vielen Varianten erhältlich. Naturstein bietet eine individuelle Optik, ist aber teurer. WPC-Dielen kombinieren Holz und Kunststoff. Sie sind witterungsbeständig, pflegeleicht und haltbar, kosten jedoch mehr als heimische Naturhölzer.
Planung und Standort der Terrasse
Die Planung beginnt mit der Ausrichtung der Terrasse. Eine Ausrichtung nach Süden bringt Mittagssonne, nach Westen Abendsonne und nach Osten Morgensonne. Soll eine Holzterrasse direkt an eine Tür anschließen, muss die Aufbauhöhe exakt berechnet werden. Dielen, Unterkonstruktion und Auflagepunkte werden zusammengerechnet – daraus ergibt sich die Tiefe des Erdaushubs.
Wichtig ist außerdem ein Gefälle von zwei Prozent weg vom Haus. Das bedeutet einen Höhenunterschied von zwei Zentimetern pro Meter, damit Regenwasser sicher abläuft und keine Feuchtigkeitsschäden entstehen.
Untergrund vorbereiten und Schichten aufbauen
Der Bereich wird zunächst abgesteckt und 20 bis 30 Zentimeter tief ausgehoben. Die Grasnarbe wird entfernt, der Boden geglättet und mit einer Rüttelplatte verdichtet. Das Gefälle muss während der Arbeiten immer wieder kontrolliert werden.
Es folgt eine etwa 20 Zentimeter starke Tragschicht aus Schotter, die in mehreren Lagen verdichtet wird. Darauf kommt eine rund vier Zentimeter dicke Ausgleichsschicht aus Split, die glatt abgezogen wird, um eine ebene Oberfläche für den Terrassenbelag zu schaffen.
Stein- oder Holzterrasse verlegen
Bei Steinplatten werden die Elemente direkt auf die Ausgleichsschicht gelegt. Fugen von drei bis fünf Millimetern sind im Außenbereich üblich. Sand oder Fugensplit wird eingekehrt, die Platten mit dem Gummihammer fixiert und anschließend eingeschlämmt, um eine stabile Verlegung zu gewährleisten.
Bei einer Holzterrasse schützt ein Unkrautvlies vor Bewuchs. Auflagepunkte wie Gehwegplatten tragen die Unterkonstruktion, die mit Nageldübeln befestigt wird. Dielen mit Profil müssen im rechten Winkel zur Hauswand verlegt werden, damit Wasser abfließt. Schließt die Terrasse direkt ans Haus an, ist auf Höhe der Tür eine Abwasserrinne nötig, damit kein Wasser ins Haus läuft.
Besondere Anforderungen und Genehmigungen
Wird die Terrasse erhöht gebaut, etwa bei Hanglage, gelten besondere Anforderungen. Liegt sie 50 Zentimeter über dem Bodenniveau, kann eine Baugenehmigung erforderlich sein, da sie als freitragende Konstruktion gelten kann. Eine „hybride“ Lösung ist ebenfalls möglich: Den Untergrund selbst vorbereiten und den Aufbau einem Profi überlassen, um sicherzustellen, dass alle technischen Vorgaben eingehalten werden.
Mit diesen Tipps und einer sorgfältigen Planung können Heimwerker ihre Terrasse erfolgreich selbst bauen und so ihren Garten in einen gemütlichen Wohnraum im Freien verwandeln.



