Thüringens Wohnungsbau: Private Bauherren treiben Neubau mit Einfamilienhäusern voran
Thüringen: Private Bauherren treiben Wohnungsbau an

Thüringens Wohnungsbau: Private Bauherren treiben Neubau mit Einfamilienhäusern voran

Der Wohnungsbau in Thüringen hat lange Zeit auf Sparflamme gelaufen, doch im vergangenen Jahr zeigte sich eine erfreuliche Trendwende. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes wurden im Jahr 2025 insgesamt 1.669 Wohnungen zum Neubau genehmigt. Das entspricht einem deutlichen Anstieg von 413 Wohnungen oder fast einem Drittel im Vergleich zum Vorjahr.

Private Bauherren als treibende Kraft

Private Bauherren spielen eine zentrale Rolle bei dieser positiven Entwicklung. Sie waren für mehr als die Hälfte aller genehmigten Wohnungen im Freistaat verantwortlich, konkret für 926 Wohnungen. Besonders auffällig ist der hohe Anteil an Einfamilienhäusern: 40 Prozent der im vergangenen Jahr genehmigten Bauanträge betrafen diese Wohnform. Insgesamt wurden 668 Einfamilienhäuser genehmigt, was einem Plus von 16,4 Prozent entspricht.

Die übrigen Bauprojekte wurden von Unternehmen oder öffentlichen Auftraggebern beantragt. Die Bauwirtschaft klagt jedoch seit einigen Jahren über die anhaltend schwierigen Rahmenbedingungen. Gestiegene Zinsen und Materialkosten halten den Wohnungsbau in Thüringen auf einem insgesamt niedrigen Niveau. Wann genehmigte Bauanträge tatsächlich zu Bauprojekten und damit zu Aufträgen für die Bauwirtschaft werden, wird statistisch nicht erfasst.

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Anstieg auch im Geschosswohnungsbau

Auf relativ niedrigem Niveau zog auch der Bau von Wohnungen in Mehrfamilienhäusern an. Dabei handelt es sich in der Regel um Miet- oder Eigentumswohnungen. Die im Geschossbau erteilten Neubaugenehmigungen wiesen ein beachtliches Plus von 34,1 Prozent auf und beliefen sich auf 661 Wohnungen. Damit wurden 168 Wohnungen mehr genehmigt als im Jahr 2024.

Große regionale Unterschiede in Thüringen

Die Entwicklung des Wohnungsbaus verlief im Jahr 2025 innerhalb Thüringens sehr unterschiedlich. Nach den Daten des Landesamtes in Erfurt wurden im Eichsfeld mit 248 die meisten neuen Wohnungsbauvorhaben genehmigt. Es folgen die Stadt Gera mit 140 Genehmigungen sowie die Landkreise Schmalkalden-Meiningen mit 139 und Gotha mit 131 Genehmigungen.

Kaum Wohnungsbauprojekte gab es dagegen in Suhl mit lediglich 8 Baugenehmigungen und in Weimar mit 14 Baugenehmigungen. Diese regionalen Disparitäten unterstreichen die komplexe Lage auf dem thüringischen Wohnungsmarkt.

Neben dem Neubau verzeichnete das Statistische Landesamt im vergangenen Jahr auch 542 Aus- und Umbauprojekte bei Wohnungen. Diese Zahlen zeigen, dass trotz der Herausforderungen durch Zinsen und Materialkosten eine gewisse Dynamik im thüringischen Wohnungsbau spürbar ist, die maßgeblich von privaten Bauherren getragen wird.

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