Urinale im Badezimmer: Warum der Trend im Neubau immer beliebter wird
Was früher ausschließlich in öffentlichen Gebäuden oder Bahnhofstoiletten zu finden war, erobert nun zunehmend private Badezimmer: Das Urinal. Immer mehr Bauherren und Renovierer entscheiden sich dafür, ein Urinal fest in die Badplanung zu integrieren. Dieser Trend ist nicht nur auf technische Verbesserungen zurückzuführen, sondern auch auf ein deutlich verfeinertes Design.
Mehr Komfort und Entlastung im Alltag
In Haushalten mit mehreren Personen kann ein Badezimmer schnell zum Engpass werden, besonders morgens und abends. Ein zusätzliches Urinal, idealerweise in einem separaten Raum oder einer Nische platziert, schafft hier spürbare Entlastung. Das WC bleibt länger frei, Wartezeiten verkürzen sich und familiäre Reibereien werden reduziert. Der Tag beginnt für alle entspannter.
Ein weiterer Komfortvorteil: Viele Männer bevorzugen es, im Stehen zu urinieren. Ein eigenes Urinal bietet dafür einen hygienischen und unkomplizierten Bereich, ohne dass unterschiedliche Gewohnheiten zum Thema werden müssen. Die Badgestaltung gewinnt dadurch an Funktionalität.
Wassersparen mit moderner Technik
Ein bedeutender Vorteil von Urinalen ist ihr potenziell geringerer Wasserverbrauch. Erfahrungsgemäß benötigen sie pro Nutzung deutlich weniger Wasser als eine klassische Toilettenspülung. Besonders wasserlose Modelle kommen komplett ohne Spülung aus und senken den Verbrauch im Haushalt spürbar.
In Haushalten mit mehreren Familienmitgliedern, die das Urinal regelmäßig nutzen, kann der Spareffekt finanziell ins Gewicht fallen. Bei seltener Nutzung bleibt der Einspareffekt zwar gering, doch der Komfortgewinn steht im Vordergrund.
Designvielfalt: Von wasserlos bis mit Deckel
Die heutige Urinal-Technik bietet verschiedene Optionen. Wasserlose Modelle verzichten komplett auf Spülwasser und nutzen stattdessen Sperrflüssigkeiten oder mechanische Systeme, um Gerüche zu blockieren. Urinale mit Wasserspülung ähneln in der Funktion einer Toilette und werden per Taste oder Sensor gesteuert, was aus hygienischen Gründen beliebt ist.
Im Design haben Hersteller stark nachgelegt: Viele Modelle wirken so zurückhaltend und elegant, dass sie sich nahtlos in moderne Badgestaltungen einfügen. Einige Anbieter bieten sogar Urinale mit Deckeln an, die durch geschlossene Formen Gerüche besser enthalten und mit Soft-Close-Funktionen für zusätzlichen Komfort sorgen.
Kosten, Einbau und praktische Überlegungen
Die Anschaffung eines Urinals erfordert eine Investition von mehreren hundert Euro für das Gerät selbst, plus Kosten für den fachgerechten Einbau. Bei wasserlosen Varianten kommen laufende Ausgaben für Kartuschen oder Sperrflüssigkeit hinzu.
Ob sich die Installation lohnt, hängt stark von der Nutzung ab. In häufig genutzten Familienbädern steigert ein Urinal den Komfort und kann Wasserkosten senken. In Einpersonenhaushalten oder selten genutzten Gästebädern bleibt es oft eine zusätzliche Ausstattung ohne großen praktischen Effekt.
Für den Einbau sind ein Wasseranschluss, ein Abfluss und ausreichend Platz vor dem Urinal – mindestens 60 Zentimeter – notwendig. In großen Badezimmern oder bei Neubauplanungen ist dies meist problemlos umsetzbar, während beengte Räume oft nicht genug Platz bieten.
Der Trend zu Urinalen im privaten Bad zeigt, wie sich Funktionalität und Ästhetik verbinden lassen. Mit durchdachtem Design und moderner Technik werden sie zu einem echten Mehrwert für viele Haushalte.



