Wohneigentum in Vorpommern-Greifswald: Fast 42 Prozent leben im Eigenheim
Wohneigentum in Vorpommern-Greifswald: 42 Prozent im Eigenheim

Wohneigentum im Landkreis Vorpommern-Greifswald: Fast 42 Prozent leben in den eigenen vier Wänden

Im Landkreis Vorpommern-Greifswald gibt es rund 53.500 Wohnungen, für die keine Miete bezahlt werden muss. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Untersuchung des Pestel-Instituts, die im Auftrag des Bundesverbandes Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB) durchgeführt wurde. Die Analyse des regionalen Wohnungsmarkts zeigt, dass diese Wohnungen von ihren Eigentümern selbst genutzt werden.

Eigentumsstruktur und europäischer Vergleich

Die Wissenschaftler ermittelten für den Landkreis Vorpommern-Greifswald eine Wohneigentumsquote von 41,6 Prozent. Von den Eigentümern leben 90 Prozent in eigenen Häusern, während 10 Prozent in Eigentumswohnungen wohnen. Bundesweit liegt die Quote bei 43,5 Prozent, was Deutschland im europäischen Vergleich auf den vorletzten Platz beim Wohneigentum bringt.

„Damit ist Deutschland ein ‚Mieter-Land‘ und landet beim Ranking zum Wohneigentum im Europa-Vergleich nur auf dem vorletzten Platz“, erklärte Matthias Günther, Chefökonom des Pestel-Instituts in Niedersachsen.

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Junge Generation wird zur Verlierergruppe

Die Studie kommt zu einem besorgniserregenden Ergebnis bezüglich junger Menschen. „Die eigenen vier Wände rangieren bei den Menschen zwar immer noch ganz oben auf der Wunschliste. Aber gerade die 25- bis 40-Jährigen können sich immer seltener ein eigenes Haus oder eine Eigentumswohnung leisten“, erläuterte Günther weiter.

Im Landkreis Vorpommern-Greifswald leben aktuell etwa 34.800 Menschen dieser Altersgruppe. Immer mehr von ihnen sind gezwungen, dauerhaft zur Miete zu wohnen, obwohl Jobstarter und Familiengründer traditionell zur typischen Klientel für Wohnungskauf und Hausbau gehören. Die sogenannte „Nestbauer-Generation“ der 25- bis 40-Jährigen ist laut der Untersuchung längst zur Verlierer-Generation beim Wohneigentum geworden.

Fehlende staatliche Förderung und Forderungen

Der BDB kritisiert scharf, dass der Bund zuletzt die Eigenheimzulage und dann das Baukindergeld der KfW-Bank auslaufen ließ. „Damit ist die Förderung von Wohneigentum faktisch eingestellt“, meinte Verbandspräsidentin Katharina Metzger. Es fehle an staatlicher Unterstützung für potenzielle Eigentümer.

Der Verband fordert daher schnelle Hilfe durch:

  • Ein spezielles Programm für Wohneigentum
  • Direkte Zuschüsse für Durchschnittsverdiener
  • Ein Niedrigzinsprogramm zur Finanzierung

Damit sollen auch Menschen mit durchschnittlichem Einkommen in Vorpommern-Greifswald in die Lage versetzt werden, sich Wohneigentum leisten zu können. Wer Eigentum anschaffen wolle, dem müsse ermöglicht werden, dies auch mit nur wenig Eigenkapital zu realisieren.

Langfristige Sicherheit und Altersvorsorge

Die Deutsche Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau (DGfM) mahnt an, dass der Bund solche Unterstützung langfristig garantieren müsse. Wer heute für ein Haus oder eine Eigentumswohnung spare, müsse sich darauf verlassen können, dass Förderzusagen des Staates über viele Jahre gelten. Wohneigentum wird dabei auch als „Rente in Stein“ bezeichnet.

„Wer Wohneigentum hat, kommt finanziell im Alter deutlich besser über die Runden“, ergänzte der Chefökonom des Pestel-Instituts. Dies würden insbesondere Neu-Rentner erfahren, die nach dem Berufsleben deutlich weniger Geld zur Verfügung haben. Während die Miete weiterzuzahlen ist oder sogar steigt, können sich immer mehr Neu-Rentner ihre bisherige Wohnung nicht mehr leisten. „Die Folge: Immer mehr Neu-Rentner wohnen sich arm“, so Günthers ernüchternde Bilanz.

Die Studie des Pestel-Instituts zeigt somit nicht nur die aktuelle Eigentumssituation im Landkreis Vorpommern-Greifswald auf, sondern macht auch deutlich, welche Herausforderungen insbesondere für junge Menschen und künftige Rentner bestehen. Ohne gezielte Förderung und langfristige Planungssicherheit droht die Schere zwischen Eigentümern und Mietern weiter auseinanderzugehen.

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