Wohnungssuche: Experte erklärt, worauf Vermieter wirklich achten
Wohnungssuche: Experte erklärt Vermieter-Kriterien

Wohnungssuche: Experte verrät, worauf Vermieter wirklich achten

Die Suche nach einer neuen Wohnung kann auf umkämpften Mietmärkten wie München zu einem erbitterten Wettstreit werden. Doch mit der richtigen Vorbereitung und Strategie lässt sich die Chance auf Erfolg deutlich erhöhen. Victor Baumann, Betriebsleiter bei der Immobilienplattform ohne-makler, gibt im Interview wertvolle Einblicke in die Kriterien von Vermietern und praktische Tipps für Mieter.

Benachteiligte Gruppen auf dem Wohnungsmarkt?

Victor Baumann betont, dass die Frage nach benachteiligten Gruppen in die falsche Richtung geht. "Vermieter haben sehr unterschiedliche Erfahrungen und Erwartungen", erklärt er. "Es geht weniger um die Zugehörigkeit zu einer Gruppe, sondern darum, ob Mietinteressent, Wohnung und Vermieter zueinander passen." Mieter sollten daher vor der Bewerbung überlegen, ob die Wohnung und der Vermieterkontext zu ihrer eigenen Lebenssituation passen.

Die Bedeutung des Einkommens

Das Haushaltseinkommen gehört für Vermieter zu den wichtigsten Auswahlkriterien, ist aber nicht alles. "Entscheidend ist, dass nach Warmmiete und Lebenshaltungskosten noch genug finanzieller Spielraum bleibt", so Baumann. Es geht um ein stabiles Gesamtbild, bei dem die Miete langfristig tragbar ist. Eine Bürgschaft kann in vielen Fällen sinnvoll sein, etwa bei Studenten oder Berufsanfängern, ersetzt aber kein passendes Einkommen.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Angaben in der Bewerbung

Titel, Adel oder Prestigeberufe spielen heute praktisch keine Rolle mehr. Stattdessen ist die Angabe des Berufs wichtig, um ein nachvollziehbares Bild der Person zu vermitteln. Baumann rät zu übersichtlichen Eckdaten wie Kontaktdaten, Haushaltsgröße und Einkommen, ohne zu viele private Details preiszugeben. "Kontoauszüge oder Gesundheitsdaten gehen Vermieter nichts an", warnt er.

Warnsignale für unseriöse Vermieter

Klare Warnsignale sind Reservierungsgebühren vor Besichtigungen, Zahlungsforderungen vor der Wohnungsübergabe oder ungewöhnlich günstige Preise. Auch unklare Eigentumsverhältnisse oder der Druck, sensible Daten hochzuladen, sollten Mieter vorsichtig machen. Allerdings sind Fehler im Inserat oder längere Antwortzeiten nicht unbedingt Zeichen von Unseriosität.

Tipps bei häufigen Ablehnungen

Wenn Bewerbungen immer wieder abgelehnt werden, liegt es oft an der Marktsituation oder einem Missverhältnis zwischen Profil und Wohnungstyp. Baumann empfiehlt, realistisch zu prüfen, ob Budget, Lage und Wohnungstyp zusammenpassen. "Zu viele Details können genauso hinderlich sein wie zu wenige", betont er. Eine klare und strukturierte Darstellung der relevanten Informationen ist entscheidend für den Erfolg.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration