Pop-up-Wohnzimmer in Neustrelitz: Aktion für mehr Freundlichkeit und Gemeinschaft
Pop-up-Wohnzimmer in Neustrelitz für mehr Freundlichkeit

Pop-up-Wohnzimmer in Neustrelitz: Einladung zu mehr Freundlichkeit und Dialog

In Neustrelitz entsteht am kommenden Sonnabend, dem 28. Februar, ein besonderer Treffpunkt mitten in der Stadt. Das Zentrum für Freundlichkeit lädt ab 10 Uhr ins Pop-up-Wohnzimmer am Markt ein. Diese mobile Begegnungsstätte soll Menschen zusammenbringen und den Austausch fördern. „Wir wollen Anstoß bieten, damit Leute wieder zusammenfinden und ins Gespräch kommen“, erklärt Jasmin Loewié, eine der Initiatorinnen.

Gegen gesellschaftliche Spaltung und für mehr Gemeinsamkeit

Das Zentrum für Freundlichkeit ist ein loser Zusammenschluss von engagierten Bürgern und Initiativen in Neustrelitz. Ihr Ziel ist es, Gemeinsamkeiten zu suchen statt Unterschiede zu betonen. Jasmin Loewié, die als Sozialkundelehrerin arbeitet, beobachtet eine besorgniserregende Entwicklung: „Ich erlebe eine starke Kontrastierung unter den Jugendlichen. Entweder man ist links oder rechts, dafür oder dagegen. Viele trauen sich kaum noch, ihre Meinung zu äußern, aus Angst, in eine Ecke gestellt zu werden.“

Diese Tendenz zur Polarisierung wird auch gesamtgesellschaftlich wahrgenommen. „Das macht mir große Sorgen und Unbehagen. Ich möchte das ändern“, so Loewié. Gemeinsam mit anderen Aktiven sorgt das Zentrum mit kleinen Aktionen dafür, dass Vertrauen und Wertschätzung in der Stadt wachsen können. Bereits am Donnerstag befragte ein Filmteam Passanten auf dem Markt: „Was verbindet dich mit Neustrelitz und was wünschst du dir für die Zukunft?“

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Landesweites Netzwerk „Zusammen bewegen“

Das Pop-up-Wohnzimmer in Neustrelitz ist Teil einer Vielzahl von Aktionen, die zeitgleich in ganz Mecklenburg-Vorpommern stattfinden. Unter dem Logo „Zusammen bewegen“ agieren im ganzen Land Menschen, die sich für gegenseitige Unterstützung, Begegnungen und eine gerechte, vielfältige Gesellschaft einsetzen. Mit dem gemeinsamen Aktionstag am 28. Februar wollen sie sichtbar werden und auf die wachsende Ungleichheit reagieren.

„Trotz des Wohlstands in Deutschland fühlen sich viele benachteiligt, etwa durch steigende Kosten für Kultur, Bildung oder Verkehr. Besonders Menschen mit geringem Einkommen sind betroffen“, heißt es in einer Presseinformation des Netzwerks. „Zusammen bewegen“ möchte diesen Entwicklungen entgegentreten und aufzeigen, wie soziale Beratung und lokale Initiativen Orientierung und Halt bieten können.

Kreative Aktionen gegen gesellschaftliche Kälte

Im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte haben sich neben der Neustrelitzer Initiative „Zentrum für Freundlichkeit“ auch Aktive aus Rechlin dem Netzwerk angeschlossen. In Rechlin Nord findet am 28. Februar von 14 bis 16 Uhr an der Badestelle „Mili“ das Happening „Zusammen Eisschollen bewegen“ statt.

„Wir werden das Eis aufbrechen und Eisschollen an den Strand bringen, wo wir gemeinsam daraus temporäre Kunst- und Bauwerke gestalten“, erklärt Philip Wilbrandt von der Rechliner Initiative. „Mit der Aktion wollen wir nicht nur symbolisch, sondern tatsächlich gegen gesellschaftliche Kälte und Vereinsamung wirken, indem wir gemeinsam kreativ Spaß haben.“

Das Netzwerk betont die gemeinsame Vision: „Die meisten Menschen hier wollen in einem Land leben, in dem man sich gern auf der Straße begegnet und alle Unterstützung finden, wenn sie diese brauchen. Wir alle sollten voller Zuversicht auf die Zukunft blicken können, nicht mit Sorge. Dafür setzen wir uns gemeinsam ein.“

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