Mit Skalpell und Papier: Rostocker Rentner baut filigrane Miniaturwelten
Rostocker Rentner baut filigrane Miniaturwelten aus Papier

Mit Skalpell und Papier: Rostocker Rentner baut filigrane Miniaturwelten

In Rostock widmet sich ein 75-jähriger Rentner einem außergewöhnlichen Hobby, das höchste Präzision und Fingerspitzengefühl erfordert. Jürgen Wulff, ein gelernte Maschinenbauer, erschafft seit Jahrzehnten filigrane Kartonmodelle, die von winzigen Schiffen bis zu meterhohen Comicfiguren reichen.

Vom Kindheitstraum zur lebenslangen Leidenschaft

Schon als Junge begeisterte sich Wulff für den Modellbau und hängte selbstgebastelte Flugzeuge an seine Zimmerdecke. Nach einer berufsbedingten Pause, während der er auf der Warnow Werft arbeitete, kehrte er vor zwanzig Jahren zu seiner Passion zurück. „Für dieses Hobby brauche ich keine Werkstatt, sondern einfach nur meinen Schreibtisch, einen Stuhl und ein Skalpell“, erklärt der Rostocker.

Skalpell statt Schere: Die Werkzeuge der Präzision

Für die filigranen Arbeiten ist eine herkömmliche Schere viel zu grob. Wulff arbeitet ausschließlich mit einem Skalpell, um die winzigen Teile präzise auszuschneiden. Vor acht Jahren gründete er mit Gleichgesinnten die Rostocker Kartonmodellbauer, eine Gemeinschaft, die sich regelmäßig trifft, um Erfahrungen auszutauschen und ihre Werke zu präsentieren.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Von Star Wars bis zur Wartburg: Eine thematische Reise

Die Bandbreite seiner Modelle ist beeindruckend:

  • Star-Wars-Charaktere wie R2-D2
  • Comicfiguren wie Obelix und sein Hund Idefix
  • Historische Bauwerke wie die Wartburg
  • Zahlreiche Schiffsmodelle unterschiedlichster Art

„Querbeet“, beschreibt Wulff seine thematische Auswahl. Jedes Modell besteht aus 100 bis zu tausend Einzelteilen, die mit größter Sorgfalt zusammengefügt werden.

Besondere Verbindung zum Eisbrecher Stephan Jantzen

Ein besonderes Projekt beschäftigt den Rostocker seit längerer Zeit: Ein etwa 50 Zentimeter langes Kartonmodell des Eisbrechers „Stephan Jantzen“. Zu diesem historischen Schiff im Rostocker Stadthafen hat Wulff eine enge Beziehung - als Vorstandsmitglied des Vereins Technische Flotte kümmert er sich seit zehn Jahren um das Original und führt Besucher über das Schiff.

Öffentliche Präsentation und Wissensvermittlung

Am 21. März laden die Rostocker Kartonmodellbauer von 10 bis 18 Uhr ins Börgerhus im Gerüstbauerring in Rostock-Groß Klein ein. Bei freiem Eintritt werden mehr als 200 Modelle präsentiert. „Hier wollen wir die Leute für den Kartonmodellbau begeistern und stehen mit Tipps und Tricks als Ansprechpartner zur Verfügung“, betont Wulff.

Mehr als nur Basteln: Historische Recherche und Entspannung

Wenn Wulff einen neuen Modellbogen in die Hände bekommt, beginnt für ihn eine intensive Recherchephase. „Wenn es sich beispielsweise um ein spezielles Schiff handelt, beschäftige ich mich auch mit dem Original, schaue mir Fotos an und recherchiere im Internet. Mich interessiert die Geschichte dahinter“, erklärt er. Für ihn sind Kartonmodelle auch Zeitzeugen, die Geschichten transportieren.

Der Kartonmodellbau ist für Wulff sowohl Entspannung als auch Herausforderung: „Ich kann ganz wunderbar entspannen. Aber genauso kann ich mich furchtbar aufregen, wenn es nicht so funktioniert, wie ich will“. Seine Leidenschaft teilt er nicht nur in der Gruppe, sondern auch durch einen speziellen Modellbogen des Eisbrechers Stephan Jantzen, den ein Verlag in verschiedenen Maßstäben ab neun Euro anbietet.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration