Dresden: Breiter Widerstand gegen Neonazi-Aufmarsch zum Kriegsgedenken
Zum Jahrestag der Zerstörung Dresdens im Februar 1945 formiert sich erneut starker zivilgesellschaftlicher Widerstand gegen rechtsextreme Aufmärsche. Das Bündnis „Dresden Wi(e)dersetzen“ ruft für Samstagvormittag ab 10.30 Uhr zu Gegendemonstrationen an verschiedenen Sammelpunkten der Stadt auf. Ab 11.00 Uhr ist eine zentrale Kundgebung auf dem Postplatz in der Altstadt geplant, um Neonazis keinen Raum für ihre geschichtsverfälschenden Aktivitäten zu geben.
Historischer Kontext und Instrumentalisierung
Dresden wurde am 13. Februar 1945 und in den folgenden Tagen durch britische und amerikanische Bombenangriffe schwer zerstört. Nach Erkenntnissen einer Historikerkommission kamen dabei bis zu 25.000 Menschen ums Leben. Rechtsextreme Gruppen missbrauchen dieses Datum regelmäßig, um die deutsche Kriegsschuld zu relativieren und ihre ideologischen Narrative zu verbreiten.
In diesem Jahr haben Neonazis einen sogenannten „Trauermarsch“ mit 1.000 angemeldeten Teilnehmern geplant. Zum Vergleich: Im Jahr 2025 waren mehr als doppelt so viele Rechtsextreme zu ähnlichen Veranstaltungen gekommen, was die anhaltende Bedeutung des Themas für diese Kreise unterstreicht.
Politische und zivilgesellschaftliche Reaktionen
Politikerinnen und Politiker mahnen bereits im Vorfeld zu einer historisch korrekten Bewertung der Ereignisse. Sie fordern, alle Opfer des Krieges und der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft in das Gedenken einzubeziehen, anstatt selektiv Erinnerungspolitik zu betreiben.
Höhepunkt des Dresden-Gedenkens bleibt die traditionelle Menschenkette, an der sich alljährlich Tausende Bürgerinnen und Bürger beteiligen. Diese symbolische Aktion steht für ein gemeinsames Erinnern, das sich gegen jede Form von Geschichtsrevisionismus wendet.
Bedeutung des Widerstands
Der breite Protest zeigt, dass die Dresdner Stadtgesellschaft und ihre Unterstützer entschlossen sind, das Gedenken an die Kriegsopfer vor Instrumentalisierung zu schützen. Durch Kundgebungen, Gegendemonstrationen und die Menschenkette setzen sie ein deutliches Zeichen für Demokratie, Menschenrechte und eine verantwortungsvolle Erinnerungskultur.



