Hannover: Arzt erhält Bewährungsstrafe für sexuellen Missbrauch von Minderjährigen
Ein 39-jähriger Arzt aus Hannover ist vom Amtsgericht Hannover wegen sexuellen Kindesmissbrauchs ohne Körperkontakt zu einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten auf Bewährung verurteilt worden. Das Urteil wurde bereits am Dienstag nach einem rund einstündigen Prozess gefällt, wie ein Sprecher des Amtsgerichts der Deutschen Presse-Agentur mitteilte.
Längerer Kontakt zu zwei Mädchen über Snapchat
Nach Angaben des Gerichtssprechers hatte der Mediziner über den Onlinedienst Snapchat Kontakt zu zwei Mädchen im Alter von 12 und 13 Jahren aufgenommen. Über mehrere Monate in den Jahren 2022 und 2023 schickte er ihnen unter anderem Fotos seines erigierten Geschlechtsteils. Zugleich erhielt er demnach auch Nacktbilder von den Mädchen. Der Mann hatte sich in den Chats mehrfach selbst als „Daddy“ bezeichnet, wie der Gerichtssprecher ausführte.
Vollständiges Geständnis und Reue des Angeklagten
Der Angeklagte räumte die Vorwürfe im Prozess vollständig ein und zeigte sich reuig, wie der Sprecher sagte. Das Gericht verhängte eine Gesamtfreiheitsstrafe von zehn Monaten, setzte diese jedoch zur Bewährung aus. Als Bewährungsauflage muss der Arzt 8.000 Euro an den Kinderschutzbund zahlen.
Ermittlungen nach Anzeige der Eltern
Die Ermittlungen waren ins Rollen gekommen, nachdem die Eltern eines der Mädchen Anzeige erstattet hatten. Die Familie lebte nach Gerichtsangaben in Magdeburg. Im Oktober 2023 wurde die Wohnung des Arztes durchsucht, was zu weiteren Beweisen führte.
Der Fall unterstreicht die anhaltenden Herausforderungen im Bereich des digitalen Kinderschutzes und die rechtlichen Konsequenzen für Täter, die Minderjährige über soziale Medien missbrauchen. Die Bewährungsstrafe mit Geldauflage soll sowohl zur Wiedergutmachung als auch zur Abschreckung dienen.



