Minimalinvasive Schönheitseingriffe erleben deutlichen Aufschwung
Die Nachfrage nach minimalinvasiven Schönheitsbehandlungen wie Botox-Injektionen oder Hyaluronsäure-Füllern hat in Deutschland einen deutlichen Zuwachs verzeichnet. Laut einer aktuellen Mitgliederbefragung der Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen (VDÄPC) stieg die Zahl solcher Eingriffe im Jahr 2025 um rund 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Soziale Medien als Treiber für jüngere Patientengruppe
Besonders auffällig ist der Trend bei jungen Erwachsenen zwischen 18 und 30 Jahren. VDÄPC-Präsidentin Michaela Montanari sieht in sozialen Medien und gezieltem Marketing von Beautyketten einen wesentlichen Grund für diese Entwicklung. „Die sozialen Medien fangen gezielt diese Altersgruppe ein“, erklärte Montanari auf der VDÄPC-Jahrestagung in Berlin.
Minimalinvasive Verfahren machen mittlerweile etwa 63 Prozent aller ästhetisch-plastischen Eingriffe aus. Dabei handelt es sich um Behandlungen, bei denen keine Operation notwendig ist – stattdessen werden Substanzen wie Botulinumtoxin (Botox) zur Faltenreduktion oder Hyaluronsäure zum Aufpolstern von Lippen und Gesichtskonturen injiziert.
Botox führt die Liste der häufigsten Eingriffe an
Laut der Umfrage unter 100 Ärztinnen und Ärzten belegte Botox im Jahr 2025 den ersten Platz unter den zehn häufigsten ästhetischen Eingriffen. Auf den weiteren Plätzen folgten:
- Hyaluronsäure-Behandlungen
- Blepharoplastik (Augenlidstraffung)
- Fettabsaugung
- Brustvergrößerung
VDÄPC-Präsident Alexander Schönborn bestätigte den Eindruck, dass insbesondere das Aufspritzen der Lippen bei jungen Frauen zunehmend beliebt ist. „Die Rolle plastischer Chirurgen ist es, verantwortungsvoll mit dieser Nachfrage umzugehen“, betonte Schönborn. Er halte den Trend an sich nicht für besorgniserregend, sofern fachgerecht durchgeführt.
Experten warnen vor nicht-qualifizierten Anbietern
Kritisch sehen die Fachleute jedoch, dass Botox und ähnliche Behandlungen teilweise von Kosmetikerinnen, Heilpraktikern oder über Internetquellen angeboten werden, ohne dass die notwendige Qualifikation vorliegt. Schönborn warnte ausdrücklich vor Selbstbehandlungen oder Anbietern ohne medizinische Expertise.
Interessant ist auch die Ablehnungsquote: Etwa ein Drittel der befragten Ärzte lehnte bei 6 bis 10 Prozent der Patientinnen und Patienten eine Behandlung ab. Als Hauptgrund nannte Schönborn unrealistische Erwartungen, die medizinisch nicht erfüllt werden könnten.
Die Umfrage zeigt deutlich, dass weiterhin deutlich mehr Frauen als Männer ästhetische Behandlungen in Anspruch nehmen. Die Fachgesellschaft betont jedoch die Bedeutung einer fundierten Beratung und fachgerechten Durchführung aller minimalinvasiven Eingriffe.



