Eberl wünscht sich mehr Schutz von Bayern-Bossen
Eberl wünscht sich mehr Schutz von Bayern-Bossen

Max Eberl, Sportvorstand des FC Bayern München, hat im ZDF-„Aktuellen Sportstudio“ über sein schwieriges Verhältnis zur Vereinsführung gesprochen. Der 52-Jährige, der seit März 2024 im Amt ist, äußerte den Wunsch nach mehr Schutz durch die Verantwortlichen. Besonders die Trainersuche und seine Transferpolitik standen in der Kritik.

Trainersuche als Stempel

Eberl erklärte: „Ich kam nach München und hatte mit der Trainersuche sofort wie einen Stempel. Ich wurde sehr kritisch beäugt, nachdem die Trainersuche vielleicht nicht ganz rund gelaufen ist.“ Hintergrund war das gescheiterte Ringen um Nachfolger für Thomas Tuchel. Wunschkandidaten wie Xabi Alonso, Julian Nagelsmann, Oliver Glasner oder Ralf Rangnick sagten ab, auch eine Rückkehr von Hansi Flick scheiterte. Schließlich holte Eberl Vincent Kompany, der sich als Glücksgriff erwies.

Transferpolitik unter Brennglas

Auch ein Jahr später stand Eberl für seine Transferpolitik in der Kritik. Dazu sagte er: „Ich hatte den letzten Transfersommer, wo es hieß: Wenn die Transfers nicht passen, wackelt Eberl. Ich war schon unterm Brennglas. Man hätte sich an der einen oder anderen Stelle auch mal ein bisschen Schutz gewünscht.“ Wen er konkret meinte, ließ er offen – ob CEO Jan-Christian Dreesen, Ehrenpräsident Uli Hoeneß, Ex-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge oder Präsident Herbert Hainer.

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Vertrauensverhältnis nicht uneingeschränkt

Wie SPORT BILD berichtete, gibt es kein uneingeschränktes Vertrauensverhältnis zwischen Eberl und den anderen Verantwortlichen. Intern wird kritisiert, dass Eberl den Aufsichtsrat bei Millionen-Entscheidungen zu spät einbindet. Hoeneß sagte dazu im September 2025: „Es wäre auch für Max gut, wenn er endlich begreift, dass man das auf mehrere Schultern verteilt. Ich glaube, damit hat er so seine Probleme.“

Zudem soll Eberl bei Verkäufen vorschnell Einigungen erzielt haben, ohne nachzuverhandeln. Beispiel Kingsley Coman: Eberl einigte sich angeblich mit Al-Nassr auf 25 Millionen Euro, doch Dreesen verhandelte nach und erzielte 30 Millionen. Auch die Art der Konfliktführung wird bemängelt. Hoeneß kritisierte: „Karl-Heinz und ich haben uns gestritten wie die Besenbinder. Aber wenn die Tür hinter uns zuging, war das wieder okay. Max ist da ziemlich empfindlich.“

Eberls Selbstbild

Eberl betonte: „Ich weiß, wie groß Bayern ist, und ich weiß, was da alles auf einen einprasselt. Das ist das, was man lernen musste. Ich habe meinen Job gelernt, aber auf Bayern München kannst du dich nicht vorbereiten. Da musst du rein und dann musst du agieren, schlau und klug sein.“ Er sieht sich nicht als „Everybody's Darling“, sondern will einfach seinen Job gut machen.

Erfolge trotz Kritik

Mit Sportdirektor Christoph Freund gelangen Eberl Transfers wie Michael Olise, Luis Díaz, Jonathan Tah, Jonas Urbig und Tom Bischof sowie teure Vertragsverlängerungen von Jamal Musiala, Joshua Kimmich, Alphonso Davies und Dayot Upamecano. Trotz dieser Erfolge ist unklar, ob sein bis Sommer 2027 laufender Vertrag verlängert wird.

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