Internationaler Ermittlungskrimi führt zur Rückgabe gestohlener Medizintechnik
Fast ein Jahrzehnt nach einem spektakulären Einbruch im St. Carolus-Krankenhaus in Görlitz sind zwei der damals gestohlenen Endoskope wieder an die Klinik zurückgekehrt. Die wertvollen medizinischen Geräte wurden im November dieses Jahres übergeben, nachdem sie im Rahmen internationaler Ermittlungen sichergestellt worden waren.
Diebstahlsserie mit europäischer Dimension
Im Juli 2016 hatte eine kolumbianische Tätergruppe bei einem nächtlichen Einbruch in der Görlitzer Klinik Medizintechnik im damaligen Wert von 400.000 Euro entwendet. Die Diebe waren offenbar in ganz Europa aktiv und schlugen in zahlreichen Krankenhäusern zu. Die gestohlene Beute wurde kurze Zeit später nach Südamerika verschifft und über den Schwarzmarkt an Kliniken in Kolumbien, den USA und anderen Ländern weiterverkauft.
Internationale Zusammenarbeit führt zum Erfolg
Die Ermittlungen entwickelten sich zu einem wahren Kriminalfall mit globaler Reichweite. Nachdem 2017 ein Endoskop aus einer Klinik in Wilhelmshaven in den Vereinigten Staaten aufgetaucht war, schaltete sich das FBI in die Untersuchungen ein. Es folgten koordinierte Durchsuchungen in den USA, Kolumbien und Panama, bei denen insgesamt 84 gestohlene medizinische Geräte sichergestellt wurden.
Von diesen Geräten stammten 41 aus deutschen Krankenhäusern, darunter zwei Endoskope, die eindeutig dem Einbruch in Görlitz zugeordnet werden konnten. Die Ermittlungen wurden von der Kripo Görlitz, Europol, der kolumbianischen Polizei und den US-Behörden gemeinsam durchgeführt.
Zerschlagung krimineller Strukturen
Die für die Einbruchsserie verantwortlichen kolumbianischen Bandenstrukturen wurden mittlerweile erfolgreich zerschlagen. Bereits 2017 waren acht Mitglieder der Gruppe in Peru verhaftet worden. Durch die systematischen Diebstähle entstand über die Jahre ein Schaden im dreistelligen Millionenbereich. Seit 2019 sind keine vergleichbaren Fälle mehr bekannt geworden.
Zukunft der zurückgekehrten Geräte
Das St. Carolus-Krankenhaus in Görlitz steht nun vor der Entscheidung, was mit den zurückgekehrten Endoskopen geschehen soll. Die Geräte im Wert von mehreren zehntausend Euro werden aktuell auf ihre technische Nutzbarkeit überprüft. Nach fast zehn Jahren im Umlauf und möglicherweise intensiver Nutzung in verschiedenen Ländern muss genau untersucht werden, ob sie den modernen medizinischen Standards noch entsprechen.
Die Rückgabe der gestohlenen Medizintechnik markiert das Ende eines langwierigen internationalen Ermittlungsverfahrens und gibt dem Krankenhaus zumindest einen Teil des damals entstandenen Verlusts zurück. Die Zusammenarbeit zwischen europäischen und amerikanischen Strafverfolgungsbehörden hat sich in diesem Fall als äußerst effektiv erwiesen.



