FC Bayern: Rote Karte wegen Haareziehens löst Debatte aus
Haareziehen im Frauenfußball: FC Bayern fordert Diskussion

Die Frauenfußballabteilung des FC Bayern München steht nach einer umstrittenen Roten Karte im Champions-League-Halbfinale gegen den FC Barcelona im Zentrum einer Diskussion über das Haareziehen im Sport. Sportdirektorin Bianca Rech forderte am Sonntag eine grundsätzliche Debatte über die Regelauslegung, nachdem Verteidigerin Franziska Kett im Hinspiel wegen eines Griffs ins Haar einer Gegenspielerin des Feldes verwiesen worden war.

Die umstrittene Szene

In der 79. Minute des packenden Halbfinalhinspiels, das 1:1 endete, hatte Kett der eingewechselten Salma Paralluelo von Barcelona am Haar gezupft. Nach Ansicht der Münchnerinnen geschah dies ohne Absicht. Die kroatische Schiedsrichterin Ivana Martinčić zeigte Kett jedoch die Rote Karte. Auch Trainer José Barcala musste wegen heftiger Proteste vorzeitig unter die Dusche. Die Szene erinnerte an den Platzverweis gegen DFB-Verteidigerin Kathrin Hendrich beim EM-Viertelfinale gegen Frankreich im vergangenen Sommer in der Schweiz.

Rech fordert Diskussion

„Über die Rote Karte von Franzi gilt es in meinen Augen grundsätzlich im Fußball der Frauen zu diskutieren, weil man eben sieht, dass Spielerinnen Haare bis zum Gesäß haben“, sagte Rech nach der Partie. Aus ihrer Sicht bestehe ein Unterschied, ob jemand einer Spielerin am Oberkopf an den Haaren reiße oder sie unten in einer Situation an den Haaren erwische, in der man eigentlich nach dem Trikot greife. Rech, die wegen ihres Protests gegen die Entscheidung Gelb gesehen hatte, kritisierte die Schiedsrichterin scharf: „Sie hat die Kontrolle verloren. Ich weiß nicht, wie viele Karten es am Ende waren, die sie da verteilt hat wie Smarties.“

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Expertenmeinungen gehen auseinander

ZDF-Expertin Kathrin Lehmann hingegen empfand den Platzverweis als berechtigt: „Haareziehen ist wie jemandem eine schmieren. Das ist hart, aber klar“, sagte Lehmann in der TV-Übertragung. Pernille Harder, die Kett den Münchner Ausgleich (69. Minute) aufgelegt hatte, nahm ihre Teamkollegin in Schutz: „Ich habe die Situation nicht gesehen, ich weiß nur, dass Franzi niemals mit Absicht an den Haaren ziehen würde.“

Auswirkungen auf das Rückspiel

Im Rückspiel am 3. Mai in Barcelona (16.30 Uhr/ZDF, Disney+) fehlen dem FC Bayern damit zwei wichtige Akteure: der Trainer und die Verteidigerin Kett. Dann geht es um den Einzug ins Finale in Oslo am 23. Mai. Der FC Bayern ist zwar Deutscher Meister, doch hinter ihm schwächelt die Konkurrenz wie noch nie. Ein Kommentar analysiert, warum das niedrige Niveau den Aufschwung des Frauenfußballs und den Erfolg der Heim-EM gefährdet.

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