Hausarztmangel in Mansfeld-Südharz: Mindestens zehn neue Mediziner dringend benötigt
Der Landkreis Mansfeld-Südharz steht weiterhin vor erheblichen Herausforderungen im Kampf gegen den gravierenden Hausarztmangel. Zwar konnte der für die Jahre 2022/2023 drohende Kollaps der allgemeinmedizinischen Versorgung abgewendet werden, doch die Situation bleibt angespannt. Aktuell sind nach wie vor bis zu 19 Hausarztstellen im Kreisgebiet unbesetzt, was eine kontinuierliche Belastung für das Gesundheitssystem darstellt.
Ärztegipfel 3.0 in Hettstedt bringt Akteure zusammen
Landrat Andrè Schröder hat kürzlich den „Ärztegipfel 3.0“ in der Helios-Klinik in Hettstedt einberufen, um Lösungsansätze zu diskutieren. Dieser Einladung folgten gut 30 Teilnehmer, darunter medizinische Fachkräfte, politische Verantwortliche und engagierte Bürger. Martin Wenger, Hauptgeschäftsführer der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalts, war ebenfalls vor Ort und betonte die Dringlichkeit der Situation.
Die Veranstaltung diente als Plattform, um über konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der ärztlichen Versorgung zu beraten. Dabei wurden sowohl kurzfristige Notlösungen als auch langfristige Strategien erörtert, um den Fachkräftemangel nachhaltig zu bekämpfen.
Bürgerengagement und persönliche Betroffenheit
Unter den Teilnehmern befand sich auch Brigitte Zinke, eine entschlossene Hettstedterin, die ihr Alter nicht preisgeben möchte. Früher setzte sie sich aktiv für andere ein, nun benötigt sie selbst dringend medizinische Hilfe. Im Gespräch mit Medienvertretern am Rande des Gipfels äußerte sie ihre Besorgnis über die prekäre Versorgungslage und forderte entschlossenes Handeln von Politikern und Verantwortlichen.
„Die Situation ist alarmierend. Viele Menschen, besonders in ländlichen Gebieten, haben Schwierigkeiten, einen Hausarzt zu finden. Das betrifft nicht nur ältere Bürger, sondern auch Familien und junge Erwachsene“, so eine anonyme Teilnehmerin des Gipfels.
Langfristige Perspektiven und Herausforderungen
Obwohl der unmittelbare Kollaps der medizinischen Versorgung verhindert werden konnte, bleiben die strukturellen Probleme bestehen. Der Landkreis Mansfeld-Südharz muss weiterhin innovative Wege gehen, um neue Hausärzte zu gewinnen und bestehende Praxen zu stärken. Dazu gehören attraktive Förderprogramme, verbesserte Arbeitsbedingungen und eine gezielte Nachwuchsförderung.
Experten warnen, dass ohne nachhaltige Lösungen die Gesundheitsversorgung in der Region langfristig gefährdet sein könnte. Die nächsten Schritte werden entscheidend sein, um die Lücken in der hausärztlichen Betreuung zu schließen und eine flächendeckende medizinische Versorgung sicherzustellen.



