Herzpatienten im Landkreis Prignitz können künftig auf eine verbesserte Versorgung hoffen. Das KMG Klinikum verlegt seine kardiologische Abteilung von Wittstock nach Pritzwalk. Die Entscheidung basiert auf Vorgaben der Krankenhausreform, die einen Weiterbetrieb in Wittstock ab Ende dieses Jahres untersagen. Die hochspezialisierte Einrichtung soll jedoch der Region erhalten bleiben und voraussichtlich ab Anfang 2027 in Pritzwalk ihren Betrieb aufnehmen.
Hintergrund der Verlegung
Die KMG Klinik für Innere Medizin I, bestehend aus Kardiologie, Angiologie und Internistischer Intensivmedizin, ist auf die Akutversorgung von Herzpatienten spezialisiert. Seit ihrer Gründung im Jahr 2002 unter der chefärztlichen Leitung von Volker Hitz hat sie sich zu einer der leistungsstärksten Kliniken dieser Art in Brandenburg entwickelt. Bereits 2014 wurde sie als eine der ersten Einrichtungen im Land von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie und Herz-Kreislaufforschung (DGK) als „Chest Pain Unit“ zertifiziert.
Diese Zertifizierung steht für höchste Qualitätsstandards in der Diagnostik und Therapie von akuten Brustschmerzen. Standardisierte Abläufe ermöglichen eine schnelle Abklärung der Symptome, was besonders bei Herzinfarkten lebensrettend sein kann. Lange Zeit war die Einrichtung die einzige zertifizierte „Chest Pain Unit“ bis zum Berliner Stadtrand in Hennigsdorf.
Auswirkungen auf die Patienten
Chefarzt Volker Hitz betont, dass der Umzug für Patienten aus dem Raum Wittstock keine Nachteile mit sich bringe. Im Notfall sei nicht der Standort der Klinik entscheidend, sondern die schnelle Erstversorgung. Er appelliert an die Bevölkerung, bei Verdacht auf Herzinfarkt sofort den Notruf 112 zu wählen. Die Rettungsstellen bleiben an den bisherigen Standorten, sodass sich die Anfahrtszeiten für Notärzte nicht ändern.
Für viele Prignitzer bringt der Umzug sogar Vorteile: Sie müssen künftig 20 Kilometer weniger zur Klinik fahren. Hitz sieht daher keine Gefahr für die Patientenversorgung, da die Überlebenschance bei einem Herzinfarkt nicht wesentlich von der Entfernung zum Krankenhaus abhängt.
Bauarbeiten in Pritzwalk
Der Anbau der Herzkatheterlabore in Pritzwalk erfolgt in Modulbauweise. Die Module wurden bereits produziert und sollen im August angeliefert werden. Anschließend wird der Um- und Anbau unverzüglich umgesetzt. Die KMG Kliniken betreiben insgesamt rund 2450 Betten und beschäftigen etwa 4800 Mitarbeiter an verschiedenen Standorten in Nordost- und Mitteldeutschland.



