Fast 2,8 Millionen junge Erwachsene ohne Berufsabschluss
Nahezu jeder fünfte junge Mensch in Deutschland hat keinen Berufsabschluss. Dies geht aus dem aktuellen Berufsbildungsbericht hervor, der im Bundeskabinett vorgestellt wurde. Die sogenannte Ungelerntenquote in der Altersgruppe der 20- bis 34-Jährigen liegt demnach bei 18,8 Prozent. Im Vorjahr betrug sie 19 Prozent. Insgesamt sind 2,76 Millionen junge Erwachsene betroffen, die weder eine Berufsausbildung noch einen Hochschulabschluss besitzen.
Wirtschaftskrise hinterlässt Spuren
„Die derzeitige schwierige wirtschaftliche Situation in Deutschland spiegelt sich auch in der Ausbildungsbilanz des Jahres 2025 wider“, heißt es in dem Berufsbildungsbericht 2026. Zuvor hatte das Nachrichtenportal „Politico“ darüber berichtet. Die Zahlen zum Ausbildungsmarkt untermauern diesen Trend: Zum Stichtag 30. September 2025 sank die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge um 10.300 auf 476.000 im Vergleich zum Vorjahr. Gleichzeitig verringerte sich das Angebot an Ausbildungsplätzen um 25.300 auf 530.300 Plätze.
Passungsprobleme auf dem Ausbildungsmarkt
Zum Stichtag waren rund 54.400 Stellen unbesetzt, 15.000 weniger als im Vorjahr. Dennoch blieben 39.900 Bewerberinnen und Bewerber unversorgt – ein Anstieg um 28 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) kommentierte: „Das Angebot geht zurück, das Interesse steigt – und dennoch bleiben viele Stellen unbesetzt, weil es an der Passung fehlt.“ Damit ist gemeint, dass Nachfrage und Angebot bei Ausbildungsberufen nicht genau zusammenpassen, etwa aufgrund regionaler oder branchenspezifischer Unterschiede.
Hintergrund und weitere Entwicklungen
Die Daten wurden bereits im Dezember vom Bundesinstitut für Berufsbildung veröffentlicht und im Berufsbildungsbericht erneut aufgegriffen. Der Bericht zeigt auch, dass die Zahl der unversorgten Bewerber trotz rückläufiger offener Stellen gestiegen ist, was auf strukturelle Probleme hindeutet. Experten fordern daher eine bessere Abstimmung zwischen Ausbildungswünschen der Jugendlichen und den Angeboten der Betriebe sowie mehr Unterstützung bei der Berufsorientierung.



