KI-Betrug mit Charité-Ärzten: Deepfake-Videos täuschen Patienten mit Fake-Medikamenten
KI-Betrug: Charité-Ärzte in Deepfake-Videos missbraucht

KI-generierte Deepfakes: Cyberkriminelle missbrauchen Charité-Ärzte für Fake-Medikamente

In einem dreisten Betrugsfall haben Cyberkriminelle das Antlitz und die Reputation von Ärzten der Berliner Charité gestohlen. Mit täuschend echten, künstlich generierten Videos werben sie für wirkungslose Medikamente gegen Demenz, Impotenz und Diabetes. Die gefälschten Clips kursieren im Internet und in sozialen Medien und täuschen Patienten mit unrealistischen Heilsversprechen.

Professor Vajkoczy als unfreiwilliger Werbeträger

Besonders betroffen ist der renommierte Neurochirurg Professor Peter Vajkoczy (58). In einem Deepfake-Video preist sein digitales Double ein angebliches Alzheimer-Medikament an. „Alzheimer rückgängig gemacht!“, verkündet die KI-generierte Version des weltweit führenden Gehirnforschers. Dabei ist Alzheimer nach aktuellem wissenschaftlichem Stand nicht heilbar. Vajkoczy erfuhr erst durch misstrauische Patienten von seinem vermeintlichen Durchbruch und dem beworbenen Super-Medikament.

Die gefälschten Werbeclips sehen täuschend echt aus und nutzen manipuliertes Bildmaterial sowie synthetische Stimmen. Neben Vajkoczy werden auch andere Charité-Ärzte und sogar künstlich generierte Avatare für den Betrug instrumentalisiert.

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Breites Spektrum an Fake-Produkten

Die Kriminellen bewerben ein ganzes Arsenal an unseriösen Gesundheitsprodukten:

  • Abnehmpflaster und Cannabis-Öle
  • Diabetes-Pillen und Viagra-Ersatz
  • Lesebrillen und medizinische Geräte

Charité-Sprecher Markus Heggen warnt besonders vor technisch unmöglichen Versprechungen: „Dabei handelt es sich unter anderem um ein Pulsoximeter, das gleichzeitig Puls und Blutzucker misst, was technisch nicht möglich ist.“ Durch die Nutzung des Charité-Namens werde ein Qualitätsmerkmal suggeriert, das in Wirklichkeit nicht existiere.

Charité kämpft gegen die Fälschungen

Die Universitätsklinik geht aktiv gegen die Betrugsversuche vor, stößt dabei jedoch auf erhebliche Schwierigkeiten. „Wir melden die Videos, von denen wir Kenntnis erlangen, den Plattformen. Das ist personalintensiv und im Ergebnis leider nicht immer erfolgreich“, erklärt Heggen. Die Charité steht in permanentem Kontakt mit der Sondereinheit für Cyberkriminalität des Landeskriminalamtes.

Die Verfolgung der Täter gestaltet sich als besonders schwierig, da sich viele nicht innerhalb der EU befinden und nicht identifizierbar sind. Dennoch schreibt die Klinik Hosting- und Domainbetreiber an und fordert die Sperrung von Websites. Bei existierenden Impressen werden auch rechtliche Schritte gegen Online-Shops und Händler eingeleitet.

Warnzeichen für Patienten

Die Charité bittet die Öffentlichkeit, auf bestimmte Warnzeichen zu achten und verdächtige Angebote zu melden:

  1. Fehlendes oder unvollständiges Impressum
  2. Überhöhte Preise für die beworbenen Produkte
  3. Gekünstelte oder emotional aufgeladene Videos
  4. Unrealistische Heilsversprechen und Wunderwirkungen
  5. Nutzung von bekannten Markennamen ohne offizielle Autorisierung

„Mit dem Namen der Charité wird ein Qualitätsmerkmal suggeriert, die Nutzer werden getäuscht“, betont Heggen. Die Klinik warnt eindringlich vor den gefährlichen Folgen solcher Betrugsversuche für die Gesundheit der Patienten.

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