Jan Josef Liefers gesteht Ketamin-Konsum in Therapie
Liefers gesteht Ketamin-Konsum in Therapie

Der Schauspieler Jan Josef Liefers, bekannt als Gerichtsmediziner im „Tatort“ aus Münster, hat in einem Podcast über eine ungewöhnliche Therapieerfahrung gesprochen. Der 61-Jährige gab zu, während einer Sitzung das Narkosemittel Ketamin eingenommen zu haben. Die Droge wird in der Medizin bei schweren Depressionen eingesetzt, ist aber auch als Partydroge bekannt.

Dreistündige Sitzung in Berlin

Im Podcast „Hotel Matze“ erzählte Liefers, dass er mit zwei Fragen in die Therapie gegangen sei: „Was ist das mit dieser Unverbundenheit?“ und „Bin ich ein Narzisst?“ Zunächst führte er Gespräche ohne Hilfsmittel. Später entschied er sich für eine dreistündige Sitzung in Berlin, bei der er Ketamin in niedriger Dosierung einnahm. Er beschrieb die Erfahrung als eine Reise in etwas „noch nie Gesehenes“. Sein Körper sei verschwunden, aber sein Bewusstsein sei geblieben. „Man könnte sagen, vielleicht dein Wesen, deine Essenz, der Kern vom Kern deiner Existenz“, so Liefers.

Erkenntnisse über Verbundenheit

Der Schauspieler berichtete, dass ihn die Frage beschäftigte, ob er wirklich so unverbunden sei, wie es seine Frau Anna Loos und enge Freunde wahrnehmen. Besonders während Dreharbeiten fühle er sich oft allein. Die Ketamin-Erfahrung habe ihm eine neue Perspektive gegeben: „Dort habe ich die Erfahrung gemacht, dass ich immer in jeder Sekunde meiner Existenz mit allem verbunden bin – und genau an der richtigen Stelle.“ Obwohl er keine eindeutigen Antworten auf seine Fragen erhielt, scheint die Sitzung für ihn einschneidend gewesen zu sein.

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Kritische Stimmen zur Ketamin-Therapie

Ketamin wird zunehmend in der Psychotherapie eingesetzt, insbesondere bei behandlungsresistenten Depressionen. Allerdings warnen Experten vor den Risiken, da die Substanz auch halluzinogene Wirkungen haben kann und missbraucht werden kann. Liefers betonte, dass er die Droge in einem kontrollierten therapeutischen Rahmen eingenommen habe. Sein Geständnis sorgt dennoch für Diskussionen über den Einsatz von Psychedelika in der Therapie.

Der „Tatort“-Star ist nicht der erste Prominente, der über solche Erfahrungen spricht. In den USA und zunehmend auch in Deutschland gewinnen psychedelisch unterstützte Therapien an Popularität. Liefers‘ Offenheit könnte dazu beitragen, das Thema zu enttabuisieren, auch wenn die rechtliche Lage in Deutschland streng ist.

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