Marisa Burger (52) ist es als Schauspielerin gewohnt, mit vielen Menschen zusammenzuarbeiten. Regisseure, Tontechniker, Kameraleute und andere Darsteller – am Set treffen viele Personen aufeinander, jede mit einer klaren Aufgabe. Das kennt sie auch aus ihrer Zeit bei den „Rosenheim-Cops“, für die sie nicht mehr vor der Kamera steht. Doch Teamarbeit hat auch Nachteile, wie die Bayerin nun in einem Gespräch verrät: Fremdbestimmung und kreative Einschränkungen.
„Man fühlt sich zurückversetzt“
Bereits als Teenager besuchte Burger eine Schauspielschule in München und bereitete sich auf ihre Karriere vor. „Ich hab auch nichts anderes gelernt“, erzählt sie im Podcast „Abendkasse – Kultur in der Clutch“. Neben der Schauspielerei gibt es Aufgaben wie Programmchef, Theaterintendant oder Regisseur. Abstimmung ist alles – und kann problematisch sein. „Wenn man sich immer abhängig macht von anderen, fühlt man sich zurückversetzt“, so Burger. Ihre Kreativität sprudelt, aber sie kann sie oft nicht voll einsetzen: „Man hat manchmal das Gefühl: Ich krieg' meine Ideen nicht durch.“
„Jemand anderes bereichert sich an mir“
Der Gedanke, sein eigener Chef zu sein, sei verlockend: „Manchmal ist es ganz schön, wenn man für sich allein arbeiten kann. Weil man seine eigene Struktur entwickelt, seinen eigenen Rhythmus, wann man wie wo arbeitet, und auch ganz in Ruhe das entwickeln kann, was man möchte, ohne dass dir jemand reinpfuscht“, schildert die 52-Jährige. Im Team zu funktionieren, samt Hierarchie, könne ermüden: „Ich muss mich immer rechtfertigen, wieso ich was mache, warum ich was mache. Ich hab dann manchmal das Gefühl, jemand anderes bereichert sich an mir, an meinen Ideen, und ich stehe da und sag: 'Aber Moment mal, das ist doch meine Idee.'“ Kein Job sei perfekt – solange die Freude nicht verloren geht, nimmt Burger auch unschöne Aspekte in Kauf.
Neuer Job: Vom Serien-Set auf die Bühne
Nachdem Burger die „Rosenheim-Cops“ hinter sich gelassen hat, winkte ein neues Angebot: Die 52-Jährige, die ihre Wurzeln im Theater hat, stand bis vor wenigen Wochen in Hamburg in „Kleine Verbrechen unter Liebenden“ auf der Bühne. Wie die AZ berichtete, führt sie das Stück bald nach Berlin, wo sie in der Komödie am Kurfürstendamm erneut in die Rolle der Hausfrau „Jenny“ schlüpft. Burger freut sich riesig, die Theaterbühnen wieder entdeckt zu haben. Trotz Lampenfieber und heikler Momente während der Premiere will sie das Schauspiel vor Publikum nicht mehr missen.



