In medizinischen Notfällen kommt es auf jede Minute an. Die Digitalisierung leistet bei Rettungseinsätzen einen wichtigen Beitrag – mit moderner Technik und zuschaltbaren Notärzten. In Thüringen können Rettungskräfte nun flächendeckend auf digitale ärztliche Unterstützung zurückgreifen, wenn der nächste Notarzt zu weit entfernt ist.
Rund-um-die-Uhr-Bereitschaft
Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) in Weimar teilte mit, dass täglich rund um die Uhr zwei sogenannte Telenotärzte verfügbar sind. Diese können aus der Ferne zugeschaltet werden, um die Rettungskräfte bei medizinischen Maßnahmen anzuleiten, bis der Notarzt vor Ort eintrifft. Unter den 900 Notärzten in Thüringen sind derzeit 37 als Telenotärzte qualifiziert.
Technische Ausstattung
Für den Einsatz der Telenotärzte wurden Rettungswagen mit Tablets ausgerüstet, die eine Echtzeit-Übertragung wichtiger Patientendaten wie Herz- und Atemfrequenz oder Blutdruck ermöglichen. In der KV-Zentrale in Weimar wurden zwei spezielle Arbeitsplätze für die Telenotärzte eingerichtet.
Millionenförderung vom Land
Das Land Thüringen hat die Digitalisierung der Rettungskette – vom Notfalleinsatz bis zur Behandlung im Krankenhaus – in den vergangenen Jahren mit rund vier Millionen Euro gefördert. Die Mittel flossen unter anderem in die Vernetzung von Rettungswagen mit den Krankenhäusern. Dadurch können Patienten bereits vom Rettungswagen aus digital in Kliniken angemeldet werden. Die Krankenhäuser wiederum geben ihre Behandlungskapazitäten in Echtzeit ein, sodass die Rettungskräfte erkennen können, ob die Häuser im konkreten Notfall überhaupt Patienten aufnehmen können.
In Thüringen werden nach Angaben eines KV-Sprechers jährlich Zehntausende Notarzteinsätze gefahren. Die Einführung der Telenotärzte soll die Versorgung in ländlichen Regionen verbessern und die Zeit bis zum Eintreffen eines Arztes verkürzen.



