Das Schicksal von Diana Borchardt bewegt viele Menschen. Nachdem der Nordkurier über die Erkrankung der 53-jährigen Uckermärkerin berichtet hatte, entstand eine große Welle der Hilfsbereitschaft. Die an Lipödem leidende Drillingsmutter kann nun auf eine Besserung ihres Zustands hoffen.
Stiftung Fliege unterstützt finanziell
Es deutet alles darauf hin, dass sie sich die speziellen Operationen, die sie dauerhaft von ihrem Leiden befreien könnten, nun leisten kann. Am 7. April teilte ihr die Stiftung Fliege mit, dass sie sie gerne finanziell unterstützen möchte. Vermittelt wurde dies durch Thomas Dietz, der als Mitglied im Kuratorium wirkt. Der Betrag sei zwischenzeitlich auf ihrem Konto eingegangen, teilte die Patientin der Redaktion mit.
Dank an die Helfer
„Ohne die Berichterstattung im Nordkurier hätte ich diese Unterstützung nicht bekommen können. Ich danke Ihnen von Herzen, dass Sie den Artikel veröffentlicht haben“, heißt es in einem Brief von Diana Borchardt. „Dankbar bin ich allen, die mich auf meinem Weg unterstützen; sei es durch Gespräche oder auch finanzielle Hilfe. Die Zuwendungen auf der Plattform ‚Gofundme', die Spenden, die mich auf dem Postweg erreicht haben, und das Geld von der Stiftung Fliege sind mir eine große Unterstützung auf meinem Weg in ein leichteres und schmerzfreieres Leben.“
Weitere Behandlungsschritte
Im April fanden bereits die dritte und vierte Krampfaderoperation statt. Im Mai hat Diana Borchardt einen weiteren Beratungstermin bei einer Spezialfirma in Berlin. Von ihrer Krankenkasse erhielt sie eine allgemeine Antwort zum Thema Operation bei Lipödem. Dazu hat sie sich weitere Angaben angefordert.
Liposuktion als Hoffnung
Ihre großen Hoffnungen ruhen auf einer sogenannten Liposuktion. Dabei wird unter Vollnarkose und bei drei bis vier operativen Eingriffen das krankhaft veränderte Unterhautfettgewebe dauerhaft reduziert beziehungsweise gänzlich entfernt. Das Stadium 3 der Erkrankung als eine OP-Voraussetzung ist bei Diana Borchardt erfüllt. Nur der Body-Mass-Index (BMI) ist mit 46 zu hoch, als dass die Krankenkasse die Kosten übernehmen würde. Das geschieht ohnehin nur in Ausnahmefällen.
Diana Borchardt versucht bis dahin, in ihrem Alltag weiter tapfer zu sein. Die Mutter der inzwischen 26-jährigen Drillinge Maurice, Patrice Paul und Justice Lange leidet seit 2008 an der chronischen Schwellung als Folge einer Fettverteilungsstörung beziehungsweise eines Rückstaus im Gewebe aufgrund eines geschädigten Lymphsystems.
Leben mit der Krankheit
Diese Krankheit, die vor allem Frauen betrifft, kann in jedem Alter ausbrechen, weiß Diana Borchardt. Als Folge einer hormonellen Veränderung, einer Krebserkrankung oder genetisch bedingt. Die Prenzlauerin muss seit acht Jahren zweimal wöchentlich zur Lymphdrainage, montags 90 Minuten an den Beinen, mittwochs 60 Minuten an den Armen. Für einen Tag verspricht diese Behandlung etwas Erleichterung. Ansonsten muss sie mit speziellen Kompressionsstrümpfen für Knie und Arme sowie Spezialhosen die Auswirkungen der Erkrankung eindämmen. Beherrschen oder umkehren lässt sie sich nicht. „Es ist ein Gefühl, als hätte ich Betonklötze an den Beinen“, schildert die 53-Jährige. Jede Bewegung sei mit Schmerzen verbunden, jede versehentliche Berührung: „Ich stehe mit Schmerzen auf und gehe mit Schmerzen ins Bett.“ Das ändert sich nun vielleicht.



