Ein massiver Förderstopp für den sozialen Wohnungsbau in München sorgt für Aufruhr: Der Freistaat Bayern hat die Mittel für Sozialwohnungen in der Landeshauptstadt drastisch gekürzt. Nach aktuellen Zahlen wurden im Jahr 2025 lediglich 83 sogenannte EOF-Wohnungen (Einkommensorientierte Förderung) mitfinanziert – ein historischer Tiefstand. Dabei warten rund 21.000 Münchner Haushalte sehnlichst auf eine bezahlbare Bleibe.
Politischer Schulterschluss gegen die Kürzung
Die Nachricht schlägt hohe Wellen in der Münchner Politik. SPD, Grüne und selbst die CSU zeigen sich alarmiert und sprechen von einem „Skandal“. Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) kündigte an, das Gespräch mit der Staatsregierung zu suchen, um eine Wende zu erreichen. „Die Situation ist dramatisch. Wir brauchen dringend mehr Unterstützung vom Freistaat, sonst verschärft sich die Wohnungsnot weiter“, so Reiter.
Hintergrund der Förderkürzung
Die bayerische Staatsregierung hatte die Förderrichtlinien für den sozialen Wohnungsbau zuletzt verschärft. Kritiker werfen ihr vor, die Verantwortung auf die Kommunen abzuwälzen. Während München jährlich Tausende neue Wohnungen benötigt, reichen die geförderten Einheiten bei weitem nicht aus. Die Stadt selbst investiert zwar massiv in den Wohnungsbau, ist aber auf die Landeszuschüsse angewiesen.
Die Opposition fordert nun eine Sondersitzung des Stadtrats und einen Krisengipfel mit dem Bauministerium. „So kann es nicht weitergehen. Wir brauchen ein Sofortprogramm für den sozialen Wohnungsbau“, erklärte die wohnungspolitische Sprecherin der Grünen. Auch die CSU, sonst oft auf Linie mit der Staatsregierung, zeigt sich ungewohnt kritisch: „Die Kürzung trifft die Falschen. Gerade in München ist der Bedarf riesig.“
Die Münchner Wohnungsbaugesellschaften sehen sich gezwungen, Projekte zu verschieben oder ganz zu streichen. Dabei steigen die Baukosten kontinuierlich, und Grundstücke sind knapp. Ohne ausreichende Förderung droht der soziale Wohnungsbau in München zum Erliegen zu kommen.



