Diabetes und Fasten: Worauf bei Ramadan und Intervallfasten unbedingt zu achten ist
Diabetes und Fasten: Ramadan und Intervallfasten im Check

Diabetes und Fasten: Worauf bei Ramadan und Intervallfasten unbedingt zu achten ist

Ob aus religiöser Überzeugung während des Ramadans oder aus gesundheitlichen Gründen beim Intervallfasten – der zeitweise Verzicht auf Nahrung erfreut sich großer Beliebtheit. Für Menschen mit Diabetes birgt das Fasten jedoch besondere Risiken, die eine sorgfältige Vorbereitung und medizinische Begleitung erfordern.

Grundlegende Vorsichtsmaßnahmen für Diabetiker

Wenn wir auf Nahrung verzichten, sinkt der Blutzuckerspiegel natürlicherweise. Bei Diabetespatienten kann dies jedoch zu gefährlichen Stoffwechselentgleisungen führen, wie etwa einer Unterzuckerung oder einer Ketoazidose, einer Übersäuerung des Blutes. „Fasten darf nie auf eigene Faust begonnen werden – weder aus religiöser Überzeugung noch aus gesundheitlichem Ehrgeiz“, betont Theresia Schoppe, Vorstandsmitglied im Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland (VDBD).

Daher ist es immer ratsam, Fastenpläne im Vorfeld mit dem behandelnden Arzt oder einer Diabetesberaterin zu besprechen. Die konkreten Empfehlungen hängen dabei von der Art des Fastens, dem Diabetestyp und der individuellen Therapie ab.

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Beispiel 1: Das Fasten im Ramadan

Menschen mit Typ-2-Diabetes können laut VDBD grundsätzlich am Ramadan teilnehmen, vorausgesetzt, ihr Stoffwechsel ist stabil eingestellt. Ein wichtiger Indikator hierfür ist ein Langzeitblutzuckerwert (HbA1c) von unter acht Prozent.

Konkrete Maßnahmen für Ramadan-Fasten bei Diabetes:

  • Dosis und Zeitpunkt der Medikamenteneinnahme müssen oft angepasst werden – dies sollte vorab mit dem Arzt geklärt werden.
  • Regelmäßige Blutzuckermessungen sind essenziell: vor dem Fastenbrechen (Iftar), danach, nachts und vor der Mahlzeit vor Sonnenaufgang (Suhoor).
  • Das abendliche Fastenbrechen sollte gemüse- und salatlastig gestaltet werden, um den Stoffwechsel zu entlasten.
  • Für Suhoor eignen sich ballaststoffreiche Lebensmittel wie Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte oder gekochte Eier, die lange sättigen.
  • Ausreichend Flüssigkeitszufuhr ist während der erlaubten Essenszeiten besonders wichtig.

Für Menschen mit Typ-1-Diabetes gelten strengere Regeln. Der VDBD rät Patienten mit instabilen Werten, Neigung zu Unterzuckerung oder Diabetes-Komplikationen wie Nierenschäden vom Fasten im Ramadan ab. „Allen anderen möchten wir nicht pauschal abraten, doch es braucht in jedem Fall eine spezialisierte Betreuung, klare Abbruchregeln und die Bereitschaft, das Fasten bei Auffälligkeiten sofort zu beenden“, erklärt Diabetes-Beraterin Schoppe. Warnzeichen wie Schwindel, Übelkeit oder Zittern erfordern ein sofortiges Unterbrechen des Fastens.

Beispiel 2: Intervallfasten bei Diabetes

Beliebte Intervallfasten-Konzepte umfassen das 16:8-Modell (16 Stunden fasten, 8 Stunden essen) oder die 5:2-Methode (fünf Tage normal essen, zwei Tage reduzierte Kalorienzufuhr). Solche strukturierten Fastenformen können für Typ-2-Diabetiker durchaus Vorteile bieten, da sie den Langzeitblutzucker senken und bei der Gewichtsabnahme helfen können – entsprechende Untersuchungen bestätigen dies.

Wichtige Hinweise für Intervallfasten bei Diabetes:

  • Vor Beginn ist eine Rücksprache mit dem Arzt unerlässlich.
  • Insulin oder blutzuckersenkende Medikamente müssen oft um 20 bis 30 Prozent reduziert werden.
  • Der Blutzuckerspiegel sollte mindestens viermal täglich kontrolliert werden.
  • Die Mahlzeiten sollten reich an Eiweiß und Ballaststoffen sein, kombiniert mit einem moderaten Kohlenhydratanteil. Beispiele sind gegrilltes Hähnchen mit Brokkoli und Linsen oder ein Omelett mit Gemüse und Vollkornbrot.

Für Menschen mit Typ-1-Diabetes ist auch beim Intervallfasten besondere Vorsicht geboten. Laut VDBD sind ihnen höchstens milde Formen mit kurzen Essenspausen zu empfehlen, begleitet von Blutzuckermessungen alle zwei bis drei Stunden.

Unabhängig von der gewählten Fastenmethode gilt: Eine individuelle medizinische Beratung und regelmäßige Kontrollen sind für Diabetiker unverzichtbar, um Risiken zu minimieren und die Gesundheit zu schützen.

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