Studie belegt: Bereits 5 Minuten Junkfood-Werbung steigert Kalorienaufnahme bei Kindern
5 Minuten Junkfood-Werbung machen Kinder dick

Forscher warnen: Kurze Junkfood-Werbung beeinflusst Essverhalten von Kindern massiv

Immer mehr Kinder und Jugendliche in Deutschland leiden unter Übergewicht. Eine aktuelle wissenschaftliche Untersuchung der University of Liverpool enthüllt nun einen alarmierenden Zusammenhang: Schon wenige Minuten Werbung für ungesunde Lebensmittel reichen aus, um die tägliche Kalorienaufnahme von Heranwachsenden signifikant zu steigern.

Studiendesign mit 240 Teilnehmern

Für ihre Forschungsarbeit zeigten die Wissenschaftler um Professorin Emma Boyland 240 Kindern im Alter zwischen 8 und 16 Jahren an zwei aufeinanderfolgenden Tagen jeweils fünfminütige Werbeblöcke. Die Testgruppe umfasste 77 bereits übergewichtige Probanden. Die Werbung wurde über verschiedene Kanäle präsentiert:

  • Fernsehwerbespots
  • Soziale Medien
  • Podcasts und Radiowerbung
  • Vergleichbare visuelle Formate

Ein Werbeblock enthielt gezielt Spots für kalorienreiche Junkfood-Produkte, während der andere Block Werbung für nicht essbare Produkte oder reine Markenwerbung ohne Lebensmittelbezug zeigte.

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130 zusätzliche Kilokalorien täglich

Die Ergebnisse der Studie sind eindeutig: Nach dem Konsum von Junkfood-Werbung nahmen die Kinder durchschnittlich 130 Kilokalorien mehr pro Tag zu sich. Diese Menge entspricht etwa einem zusätzlichen Brötchen oder einer kleinen Zwischenmahlzeit.

Besonders bedenklich: Der Effekt hielt nicht nur unmittelbar nach der Werbung an, sondern wirkte über den gesamten Tag bis zur nächsten Hauptmahlzeit. Die Forscher dokumentierten, dass dieser Zusammenhang unabhängig vom sozioökonomischen Status der Familien und dem verwendeten Medienformat bestand.

Übergewichtige Kinder besonders gefährdet

Ein weiteres wichtiges Ergebnis der Studie: Je höher der Body-Mass-Index (BMI) der teilnehmenden Kinder war, desto stärker fiel die Wirkung der Junkfood-Werbung aus. Kinder mit bereits bestehendem Übergewicht zeigten eine besonders ausgeprägte Reaktion auf die Werbung für kalorienreiche Lebensmittel.

Professorin Boyland warnt: „Selbst eine kurze Exposition gegenüber der Vermarktung von Lebensmitteln mit hohem Fett-, Salz- und Zuckergehalt kann zu einem übermäßigen Kalorienkonsum und möglicherweise zu einer Gewichtszunahme führen.“ Berechnungen zeigen, dass täglich 130 zusätzliche Kilokalorien innerhalb eines Monats zu einer merklichen Gewichtszunahme führen können.

Politische Forderungen nach Werbeverboten

Angesichts dieser Forschungsergebnisse fordern Gesundheitsexperten und Politiker in vielen europäischen Ländern strengere Regulierungen. Ein Verbot von gezielt an Kinder gerichteter Fast-Food-Werbung wird zunehmend diskutiert.

Eine parallel durchgeführte Studie der Universitätsmedizin Mannheim ergab, dass mehr als 70 Prozent der deutschen Bevölkerung ein solches Werbeverbot befürworten würden. Experten betonen, dass Essgewohnheiten in der Jugend oft das spätere Ernährungsverhalten prägen und daher frühzeitig geschützt werden müssen.

Die britische Studie unterstreicht die Dringlichkeit von Maßnahmen zum Schutz junger Verbraucher vor manipulativer Lebensmittelwerbung. Die Forscher plädieren für eine umfassende Diskussion über Werberegulierung im Bereich ungesunder Kinderlebensmittel.

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