Giftige Doppelgänger im Wald: So erkennen Sie echten Bärlauch und vermeiden Vergiftungen
Bärlauch-Sammeln: So unterscheiden Sie giftige Doppelgänger

Vorsicht beim Bärlauch-Sammeln: Giftige Doppelgänger lauern im Wald

Die Bärlauch-Saison lockt derzeit zahlreiche Sammler in die Wälder, doch die Freude über den "Wilden Knoblauch" kann schnell getrübt werden. Denn die begehrten Blätter haben mehrere giftige Doppelgänger, die zu gefährlichen Verwechslungen führen können. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt eindringlich vor dieser Gefahr und gibt wichtige Tipps zur sicheren Unterscheidung.

Die gefährlichen Zwillinge: Diese Pflanzen sehen Bärlauch ähnlich

Besonders tückisch ist die Ähnlichkeit von Bärlauchblättern mit denen von Maiglöckchen, Salomonssiegel, Aronstab und Herbstzeitlose. Diese Pflanzen wachsen oft in denselben Lebensräumen wie Bärlauch und können für Ungeübte kaum zu unterscheiden sein. Während echter Bärlauch beim Zerreiben zwischen den Fingern den typischen Knoblauchgeruch verströmt, fehlt dieser Duft bei allen giftigen Doppelgängern.

Allerdings hat auch die Geruchsprobe ihre Tücken: "Haftet noch Lauchgeruch von vorangegangenen Pflanzen an den Fingern, gelangt man schnell zu einem falschen Schluss", warnt das BfR. Daher sollte man nach jeder Prüfung die Hände gründlich reinigen, um Fehlinterpretationen zu vermeiden.

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Lebensgefährliche Verwechslungen: Die Folgen können tödlich sein

Die Herbstzeitlose gilt als besonders gefährlicher Doppelgänger. Ihr Verzehr kann innerhalb von sechs bis zwölf Stunden zu heftigen Magen-Darm-Beschwerden mit Erbrechen und Durchfall führen. Nach einer scheinbaren Besserungsphase von ein bis drei Tagen droht ein Multiorganversagen, das laut BfR tödlich enden kann.

Auch Maiglöckchen stellen eine ernste Gefahr dar. Ihr Verzehr führt typischerweise zu:

  • Durchfall und Erbrechen
  • In seltenen Fällen zu Herzrhythmusstörungen
  • Besonders giftig sind Blüten, Samen und junge Blätter

Der Aronstab verursacht bereits bei Hautkontakt starke Reizerscheinungen bis hin zu Taubheitsgefühlen. Nach dem Verzehr treten innerhalb von fünf bis 25 Minuten Vergiftungserscheinungen auf:

  1. Übelkeit und Erbrechen
  2. Krampfanfälle und Erregungszustände
  3. Durchfälle

Das Salomonssiegel, eine häufige Zierpflanze in Gärten, birgt eine leichte Vergiftungsgefahr und kann ebenfalls zu Durchfall und Erbrechen führen.

Sichere Unterscheidungsmerkmale: Mehr als nur der Geruchstest

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte sich nicht allein auf die Nase verlassen. Die Gartenakademie Rheinland-Pfalz empfiehlt, auf weitere charakteristische Merkmale zu achten:

Blattunterseiten: Beim Bärlauch sind sie matt, während Maiglöckchen-Blätter glänzende Unterseiten haben. Die Herbstzeitlose zeigt sowohl auf der Ober- als auch Unterseite glänzende, grüne Blätter, die rosettenartig ohne Stängel aus dem Boden wachsen.

Wuchsformen: Der Aronstab erreicht eine Höhe von 15 bis 40 Zentimetern und besitzt einen knolligen Wurzelstock. Seine Blätter sind langgestielt, spieß- bis pfeilförmig und häufig gefleckt. Das Echte Salomonssiegel hat scharfkantige Stängel und zeigt zweizeilig nach oben gerichtete Blätter.

Was tun bei Verdacht auf Vergiftung?

Bei dem geringsten Verdacht, einen giftigen Doppelgänger verzehrt zu haben, sollten Betroffene unverzüglich handeln:

  • Sofort ärztliche Hilfe aufsuchen oder das regionale Giftinformationszentrum kontaktieren
  • Vorab reichlich Wasser trinken
  • Kohle zur Entgiftung einnehmen

Sichere Alternativen zum Selbersammeln

Für alle, die kein Risiko eingehen möchten, gibt es sichere Alternativen. Auf Wochenmärkten und in Supermärkten angebotener Bärlauch stammt laut BfR aus kontrollierten Kulturen. Zudem bieten Fachhändler Pflanzen und Samen zum Selbstanbau an – eine garantierte Methode, um sicher an den begehrten Wildknoblauch zu gelangen.

Die Freude am Bärlauch-Sammeln muss nicht getrübt werden, wenn man die charakteristischen Merkmale der Pflanze und ihrer gefährlichen Doppelgänger genau kennt. Mit der richtigen Vorsicht und Aufmerksamkeit lässt sich die Saison sicher genießen.

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