DDR-Puddingsuppe: Warum das Kultgericht aus Schulkantinen heute Nostalgie weckt
Die Puddingsuppe, im Volksmund auch Schokosuppe oder Schokoladensuppe genannt, gehört zu jenen DDR-Gerichten, die heute jüngeren Generationen oft unbekannt erscheinen. Während Soljanka, Nudeln mit Tomatensoße oder Jägerschnitzel weiterhin regelmäßig auf ostdeutschen Speiseplänen stehen, ist die süße Suppe mittlerweile eine kulinarische Rarität geworden.
Von der Schulkantine auf den Esstisch: Ein süßes Hauptgericht
Entgegen heutiger Erwartungen handelte es sich bei der Puddingsuppe keineswegs um ein Dessert. In der Deutschen Demokratischen Republik wurde das Gericht vielmehr als vollwertige Hauptmahlzeit serviert, klassischerweise begleitet von Zwieback oder frischen Brötchen. Über Jahrzehnte hinweg stand die Schokosuppe fest auf dem Speiseplan der Schulspeisungen und erfreute sich verständlicherweise besonders bei Kindern großer Beliebtheit.
Die Zubereitung ist denkbar einfach und erfordert nur wenige Minuten im Kochtopf. Grundbestandteile sind Kakao oder Puddingpulver, Milch, Zucker sowie Speisestärke. Selbst wenn die Portion zu groß ausfällt, schmeckt der Schokoladentraum laut Zeitzeugen auch in kaltem Zustand noch ausgezeichnet.
Soziale Medien als Plattform für nostalgische Erinnerungen
In den sozialen Netzwerken teilen heute vor allem Eltern und Großeltern ihre persönlichen Erinnerungen an das DDR-Kultgericht. Eine Facebook-Nutzerin berichtet: "Als ich Kind war, hat meine Mutter das öfter für mich gemacht. Aber dann mit geschlagenem Eiweiß drauf. Immer löffelweise auf die Suppe gesetzt, nannte sie sie Eisbären. Ich fand das immer schön und denke immer noch gern daran zurück. Das ist jetzt ungefähr 45 Jahre her."
Eine andere Userin schreibt: "Samstags nach der Schule! Ich mach die mir heute noch manchmal, trotz meines hohen Alters." Diese Aussagen zeigen, wie tief verwurzelt die Erinnerung an die Puddingsuppe in der Biografie vieler Ostdeutscher ist.
Natürlich existieren auch kritische Stimmen. Ein Facebook-Nutzer kommentiert: "Ich hab es gehasst und war immer froh, dass wir in unserer Dorfschule zu DDR-Zeiten schon immer 2 Essen zur Auswahl hatten!" In den Kommentarspalten sozialer Medien stellt diese Meinung jedoch eine deutliche Minderheit dar.
Rezept für die DDR-Puddingsuppe: Einfache Zubereitung
Für diejenigen, die den DDR-Klassiker noch nicht kennen oder ihn wiederentdecken möchten, hier das traditionelle Rezept:
Zutaten:
- 1 Päckchen Schoko-Puddingpulver
- 1 Liter Milch
- 50 Gramm Zucker
Zubereitung:
- Die Milch in einen Kochtopf geben und eine Tasse davon abschöpfen.
- Den Zucker und das Puddingpulver in die abgeschöpfte Milch geben und gründlich verrühren.
- Den verbleibenden Teil der Milch im Kochtopf zum Kochen bringen und dann die Hitze sofort reduzieren.
- Das Milch-Puddingpulver-Gemisch langsam unter ständigem Rühren in den Kochtopf geben.
- Die Puddingsuppe für etwa eine Minute unter weiterem Rühren köcheln lassen.
Schon ist der DDR-Klassiker fertig, der bei vielen Ostdeutschen typische Kindheitserinnerungen weckt. Die Kombination aus "Schokolade" und "Suppe" mag für Unkundige ungewöhnlich klingen, doch das eigentümliche Gericht lässt sich letztlich nur durch eigene Geschmacksprobe wirklich beurteilen.



