Eierverbrauch in Deutschland erreicht neuen Rekordwert
Die Deutschen essen immer mehr Eier. Nach vorläufigen Zahlen des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft (BZL) lag der Pro-Kopf-Verbrauch im vergangenen Jahr bei durchschnittlich 252 Stück. Das sind vier Eier mehr als im Vorjahr und markiert einen kontinuierlichen Anstieg seit dem Jahr 2022. Damals wurden pro Person noch 234 Eier im Jahr verzehrt. Insgesamt wurden in Deutschland 2025 rund 21 Milliarden Eier konsumiert, wobei in dieser Statistik auch verarbeitete Eier in Lebensmitteln enthalten sind.
Gründe für die steigende Nachfrage
Josef Goos, der Leiter des BZL, nennt mehrere Faktoren für den anhaltenden Trend. Eier gelten als kostengünstige Quelle für hochwertiges Eiweiß und passen gut in moderne Ernährungsformen wie vegetarische Kost oder Low-Carb-Diäten. Allerdings beschreibt Goos die aktuelle Marktlage als schwierig und angespannt. Besonders vor Ostern wird mit einem knappen Eierangebot gerechnet.
„Auf der einen Seite verzeichnen wir eine erneut gestiegene Nachfrage nach Eiern. Auf der anderen Seite beobachten wir sinkende Tierbestände“, erklärt der Experte. Als Ursachen führt er die Vogelgrippe, die neu aufgetretene Newcastle Disease sowie den Rückbau der Kleingruppenhaltung an. Trotzdem betont Goos, dass der Lebensmitteleinzelhandel den Bedarf so gut wie möglich decken wird.
Deutsche Produktion kann Bedarf nicht decken
Die Zahl der Legehennen in Deutschland ist 2025 um 400.000 Tiere auf 51,1 Millionen gesunken, wie das Bundesamt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) mitteilt. Zwar legten die Hennen durchschnittlich 299 Eier – vier mehr als im Vorjahr – und es wurden insgesamt 15,3 Milliarden Konsumeier erzeugt, doch reicht dies nicht aus. Der Inlandsbedarf konnte nur zu 72 Prozent mit heimischer Ware gedeckt werden, was bedeutet, dass der Selbstversorgungsgrad bereits im vierten Jahr in Folge zurückgeht.
Um die hohe Nachfrage zu befriedigen, muss Deutschland mehr als ein Viertel des Bedarfs importieren. Die wichtigsten Lieferländer für Schaleneier sind:
- Die Niederlande mit einem Anteil von 69 Prozent
- Polen mit knapp 16 Prozent
Allerdings erschweren Faktoren wie sinkende Legehennenbestände in den Niederlanden und die Folgen der Vogelgrippe in Polen die Einfuhren. Aufgrund des hohen Eierverbrauchs in Deutschland wurden im vergangenen Jahr zudem 12 Prozent weniger Schaleneier exportiert als 2024.



