Fleischskandal in Türkei: Ehemaliges Rennpferd in Suppenküche serviert
Fleischskandal: Rennpferd in Suppenküche serviert

Fleischskandal in der Türkei: Ehemaliges Rennpferd landet in Suppenküche

Ein erschütternder Lebensmittelskandal hat sich in der türkischen Stadt Mersin zugetragen. Gäste einer kommunalen Suppenküche bestellten dort traditionelle Gerichte mit Rind- oder Lammfleisch, wurden jedoch offenbar mit dem Fleisch eines ehemaligen Rennpferds betrogen. Die skandalöse Verwechslung kam erst durch einen zufälligen Fund ans Tageslicht.

Mikrochip im Essen führt zur Aufdeckung

Ein aufmerksamer Gast entdeckte in seiner Mahlzeit einen fremden Gegenstand und alarmierte umgehend die Behörden. Ermittler des türkischen Landwirtschaftsministeriums identifizierten den Fund als einen Mikrochip, der zu der Vollblutstute Smart Latch gehörte. Das preisgekrönte Rennpferd hatte in der nahegelegenen Stadt Adana zahlreiche Rennen gewonnen, bevor ein Beinbruch im Oktober 2025 ihre Karriere beendete.

Die anschließende Untersuchung des Küchenpersonals und der gelieferten Ware ergab, dass das als Kavurma – normalerweise mit gebratenem Lamm oder Rind zubereitet – deklarierte Gericht tatsächlich Pferdefleisch enthielt. Dies stellt einen eklatanten Verstoß gegen die Lebensmittelsicherheit und Verbraucherrechte dar.

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Besitzer wollte Pferd eigentlich verschenken

Der frühere Besitzer der Stute, Suat Topcu, zeigte sich gegenüber der türkischen Nachrichtenagentur DHA bestürzt über den Vorfall. Er gab an, das verletzte Tier nach seiner sportlichen Laufbahn einem lokalen Reitverein schenken zu wollen und eine Spedition mit dem Transport beauftragt zu haben. „Wir sind sehr unglücklich“, erklärte Topcu und betonte, erst durch den Anruf des Ministeriums vom wahren Schicksal des Pferdes erfahren zu haben.

Die Ermittler gehen jedoch davon aus, dass die Stute niemals den Reitverein erreichte. Stattdessen wurde sie offenbar direkt zu einem Schlachter gebracht, ihr Fleisch fälschlicherweise als Rind etikettiert und an einen Zulieferer der Suppenküche verkauft. Diese kriminelle Kette von Täuschung und Profitgier hat nun internationale Aufmerksamkeit erregt.

Konsequenzen und Geldstrafe verhängt

Das Landwirtschaftsministerium hat als Reaktion auf den Skandal bereits eine Geldstrafe gegen Suat Topcu verhängt. Der Vorwurf: Er habe die geplante Schenkung des Pferdes nicht ordnungsgemäß gemeldet. Dieser Fall wirft ernste Fragen zur Kontrolle der Fleischlieferketten und zur Transparenz in der Lebensmittelindustrie auf.

Solche Vorfälle untergraben das Vertrauen der Verbraucher in grundlegende Standards und zeigen, wie wichtig lückenlose Rückverfolgbarkeit und strenge behördliche Überwachung sind. Die türkischen Behörden müssen nun sicherstellen, dass solche betrügerischen Praktiken in Zukunft verhindert werden.

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