Die Allergie-Saison startet auch in Sachsen-Anhalt immer früher. Menschen mit Heuschnupfen spüren es derzeit deutlich: tränende Augen, Niesanfälle und eine laufende Nase. Mit den steigenden Temperaturen hat die Pollensaison begonnen – und sie trifft viele Betroffene inzwischen früher, intensiver und länger als noch vor einigen Jahren.
Heuschnupfen: Allergie gegen Pollen von Gräsern oder Bäumen
Heuschnupfen bezeichnet eine allergische Reaktion auf Pollen, vor allem von Gräsern und Bäumen. Der Begriff geht auf die frühe Beobachtung zurück, dass Menschen mit einer Gräserpollenallergie beim Umgang mit Heu typische Beschwerden entwickelten. Umgangssprachlich wird Heuschnupfen heute auch für Allergien gegen Pollen von Frühblühern wie Birke, Erle oder Hasel verwendet.
Schnupfen-Symptome: Erkältung oder Allergie?
Husten, Niesen, Halskratzen: Die Symptome einer Pollenallergie lassen sich leicht mit einer klassischen Erkältung verwechseln. Doch es gibt Unterschiede. Halten Schnupfen, Niesreiz und ein allgemeines Krankheitsgefühl länger an und bringen klassische Erkältungsmittel keine Besserung, könnte statt einer Infektion eine Pollenallergie vorliegen, so der Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB). Zwar ähneln sich Erkältung und Allergie mit wässrigem Schnupfen, Niesen und Müdigkeit. Doch während eine Erkältung meist schleichend beginnt, nach rund einer Woche abklingt und unabhängig vom Wetter verläuft, setzen allergische Beschwerden oft plötzlich mit heftigen Niesattacken und juckenden Augen ein, halten über Wochen an und treten besonders bei trockenem, sonnigem Wetter auf.
Wann die Pollen-Belastung besonders hoch ist
Jede Pflanzenart blüht zu einer anderen Zeit. Wie intensiv und wie lange der Pollenflug ausfällt, hängt stark von Region und Wetter ab. Regen kann die Pollenkonzentration in der Luft deutlich senken. Viele Allergiker empfinden die Zeit nach Schauern daher als spürbare Erleichterung. In Mitteleuropa sind erste Pollen teils schon ab Januar in der Luft. Die höchsten Belastungen treten meist im April und im Juli auf, wenn zahlreiche Gräser blühen und zusätzlich Beifußpollen freigesetzt werden. Für viele Betroffene endet die Pollensaison jedoch nicht im Sommer: Die aus den USA eingeschleppte Ambrosia beginnt erst im August zu blühen und kann bis zum ersten Schneefall Pollen produzieren. Anschließend startet mit Frühblühern wie der Hasel bereits die nächste Runde – teils mitten im Winter.
Aktuelle Pollenlage: Buche und Eiche legen zu
Wer wissen möchte, welche Pollen derzeit besonders verbreitet sind, kann sich unter anderem beim Deutschen Polleninformationsdienst aufklären lassen. Deutschlandweit auf dem Vormarsch sind demnach aktuell Eichen- und Buchenpollen, regional auch Gräserpollen, begünstigt durch milderes und trockeneres Wetter bis zum Wochenende. Zudem nehmen Kiefern- und Fichtenpollen mengenmäßig stark zu und prägen das aktuelle Geschehen. Ebenso sind Roggen-, Ampfer- und Wegerichpollen in der Luft. Deutlich nachlassend ist dagegen die Wirkung von Birkenpollen. Außerdem gehen Platane, Weide, Zypressengewächse sowie regional Raps dem Ende ihrer Pollen-Aktivität entgegen.
Pollenflug in Sachsen-Anhalt aktuell: Buche und Eiche auf dem Vormarsch
In Sachsen-Anhalt müssen Allergiker demnach in den kommenden Tagen mit einer leichten Belastung durch Gräser- und Birkenpollen rechnen. Gleichzeitig steigt der Pollenflug von Buche und Eiche landesweit deutlich an. Auch Ampfer und Kiefer sind auf dem Vormarsch. Der Wetterdienst Wetter Online erwartet daher in den kommenden Tagen insgesamt eine hohe Gesamtbelastung durch Pollen. Etwas Entlastung gibt es derzeit für Menschen, die auf folgende Pollen allergisch reagieren: Erle, Esche, Hasel, Pappel, Roggen, Ulme, Wegerich.
Klimawandel: Menschen mit Pollenallergie stärker betroffen
Die Pollensaison beginnt in Sachsen-Anhalt und bundesweit immer früher. Einige Pflanzen bereiten Betroffenen mittlerweile schon im Winter Probleme. Müssen wir uns also auf immer extremere Pollenjahre einstellen? Fachleute beobachten zumindest deutliche Verschiebungen: Durch den Klimawandel beginnt die Vegetationsperiode früher, Blühphasen können sich deutlich verlängern – einzelne Arten wie die Erle blühen teils schon im Dezember. Laut Experten hat der Pollenflug spürbar zugenommen. Neue Pollenarten kämen hinzu und die Zahl der Allergikerinnen und Allergiker steige weiter an.
Steigende Pollenbelastung betrifft alle
Laut Allergie-Informationsdienst führen mildere Temperaturen im Winter und Spätherbst dazu, dass die Pollensaison früher startet und länger anhält. Immer mehr Menschen mit Pollenallergie sind inzwischen nicht mehr nur saisonal, sondern teils das ganze Jahr über betroffen. Die zunehmende Pollenmenge betrifft nicht nur Menschen mit Heuschnupfen. Je häufiger und länger Pollen in der Atmosphäre vorkommen, desto größer ist auch für bislang gesunde Menschen das Risiko, eine Allergie zu entwickeln – besonders bei entsprechender Veranlagung. Zusätzlich setzen Hitze, Luftverschmutzung und Trockenheit Pflanzen unter Stress und verändern die Pollen selbst: Ihre Eiweißbestandteile werden teils aggressiver und können das Immunsystem schneller und stärker reizen oder überhaupt erst eine allergische Sensibilisierung auslösen.



