Martensteins Kolumne: Die vergessene Bio-Katastrophe von 2011
In seiner täglichen Kolumne für BILD richtet sich der Journalist Harald Martenstein mit einem offenen Brief an die Bio-Company. Der 72-jährige Autor beginnt mit einem Lob: „manchmal kaufe ich bei Euch ein, ihr seid gut.“ Doch schnell lenkt er den Blick auf ein dunkles Kapitel der jüngeren deutschen Geschichte, das heute kaum noch jemand im Gedächtnis hat.
Die EHEC-Epidemie: Eine tödliche Bio-Krise
Im Frühsommer 2011 erschütterte die sogenannte Biofoodkatastrophe Deutschland. Etwa 4000 Menschen infizierten sich damals mit dem gefährlichen Darmkeim EHEC. Die Symptome waren schwerwiegend:
- Heftige Krämpfe
- Blut im Stuhl
- Akutes Nierenversagen
Als angeblicher Ausgangspunkt der Seuche galt ein Biohof in Bienenbüttel in der Lüneburger Heide. Der Kolumnist beruhigt jedoch: „Keine Panik, bitte. Die Kontrollen von Bio-Importen wurden seitdem verschärft.“
Der Fukushima-Vergleich: Eine politische Fehlentscheidung?
Parallel zur deutschen Bio-Krise ereignete sich 2011 eine der schwersten Naturkatastrophen der jüngeren Zeit: Ein Tsunami traf die japanische Küste und forderte bis zu 20.000 Todesopfer. Das Kernkraftwerk Fukushima wurde dabei schwer beschädigt. Martenstein stellt jedoch fest: „Todesfälle infolge Strahlung: höchstens einstellig.“ Zwar könnten auch Spätfolgen der Strahlung weitere Opfer gefordert haben, doch die Zahlen bleiben vergleichsweise gering.
Der Autor kritisiert scharf die deutsche Reaktion: „Wegen Fukushima hat nur Deutschland all seine Atomkraftwerke ausgeschaltet. Das war wirklich sehr unklug.“ In seiner provokanten Bilanz stellt er fest: „Die Bienenbüttel-Biofoodkatastrophe war tödlicher als der Atomunfall von Fukushima.“
Ein ironischer Appell an die Bio-Company
Zum Abschluss seiner Kolumne wendet sich Martenstein wieder direkt an die Bio-Company: „Euch aber, die Bio-Company, hat Angela Merkel zum Glück nicht abschalten lassen.“ Mit dem ironischen Ausruf „Lang lebe der internationale Bockshornklee!“ beendet er seinen Beitrag, der sowohl eine historische Aufarbeitung als auch eine politische Kritik darstellt.
Die Kolumne lädt die Leserschaft zum Diskurs ein und bietet Raum für verschiedene Meinungen zu diesem kontroversen Vergleich zwischen biologischer Landwirtschaft und Atomenergie.



