Skyr-Energy-Keks-Himbeer-Cheesecake: Ein virales Dessert im SPIEGEL-Test
In Zeiten von Knappheiten durch Kriege und Umweltkatastrophen gibt es eine neue Art der Verknappung: dumme Social-Media-Trends. Während Spritpreise steigen, ist Skyr, der skandinavische Mager-Frischkäse, seit Wochen fast überall ausverkauft. Schuld sind TikTok-Rezepte, die Skyr mit weichen Fertigkeksen oder Monster Energy kombinieren. SPIEGEL-Redakteur Sebastian Maas hat beide Trends getestet und sogar miteinander vermischt – mit überraschendem Ergebnis.
Die Grundidee: Kochen ohne Kohle
In seiner Kolumne „Kochen ohne Kohle“ zeigt Maas, wie man trotz knappem Budget leckere Gerichte zubereitet. Eine Portion darf maximal drei Euro kosten, teure Spezialgeräte sind tabu. Der virale „Cheesecake“ ohne Backen besteht aus Skyr und eingeweichten Keksen, der „Eiweißshake“ aus Skyr und Energydrink. Maas kombiniert beides zu einem neuen Dessert: dem Skyr-Energy-Keks-Himbeer-Cheesecake.
Zutaten und Zubereitung
Für zwei Portionen benötigt man:
- 400 g Naturskyr
- 50 ml Energydrink mit Zitronengeschmack
- 150 g Kekse nach Wahl
- 100 g TK-Himbeeren, kurz aufgekocht
Die Kosten liegen bei etwa 1 bis 3 Euro pro Dessert. Die Zubereitung dauert nur zwei Minuten Arbeit, gefolgt von einigen Stunden Wartezeit im Kühlschrank. Skyr und Energydrink werden gemischt, auf Schalen verteilt, Kekse hineingesteckt und mit aufgekochten Himbeeren belegt. Nach dem Kaltstellen wird ein zerbröselter Keks als Topping hinzugefügt.
Geschmackstest: Überraschend nicht schrecklich
Der Energydrink verleiht dem Frischkäse eine süßstoffige Zitronennote, während die Kekse überschüssige Feuchtigkeit aufsaugen. Die Himbeeren dienen als Feigenblatt und bringen Säure sowie eine andere Textur ins Spiel. Maas beschreibt das Ergebnis als nicht schrecklich, aber auch keinen Hochgenuss. Es ist cremig, erinnert entfernt an Cheesecake-Teig und schmeckt besser als der reine Shake. Für Snobs, die auf beste Zutaten Wert legen, ist es jedoch nichts.
Fazit: Kulinarischer Dadaismus oder echte Mahlzeit?
Dieses Rezept ist ein Beispiel für kulinarischen Dadaismus – absurd, aber interessant. Es zeigt, wie Social-Media-Trends Lebensmittelknappheiten verursachen können, während gleichzeitig kreative, budgetfreundliche Ideen entstehen. Wer es ausprobieren möchte, sollte keine hohen Erwartungen haben, aber vielleicht überrascht werden. Auf TikTok findet man auch anspruchsvollere Rezepte wie Sauerteigbrot, solange Mehl nicht knapp wird.



