Kulinarische Entdeckungen: Warum Weißwein oft besser zu Käse passt als Rotwein
Weißwein statt Rotwein: Die bessere Wahl zur Käseplatte

Kulinarische Entdeckungen: Warum Weißwein oft besser zu Käse passt als Rotwein

In vielen Restaurants und bei geselligen Abenden hat sich eine kulinarische Tradition fest etabliert: Zum Käse wird automatisch Rotwein serviert. Doch renommierte Sommeliers und Weinexperten weisen darauf hin, dass diese Gewohnheit sensorisch oft nicht optimal ist. Tatsächlich erweisen sich restsüße Weißweine in den meisten Fällen als die bessere Wahl für die Käseplatte mit Freunden.

Der Dialog zwischen Weißwein und Käsearomen

Ein beeindruckendes Beispiel für diese kulinarische Symbiose findet sich im Rheingau bei Winzer Urban Kaufmann. Der ursprünglich aus Appenzell in der Schweiz stammende Käseaffineur demonstriert mit seinen Rheingauer Rieslingen den faszinierenden Dialog zwischen Weißwein und Käsearomen. Sein Riesling Tell 2023 (20 Euro pro Flasche) ist nur leicht feinherb und ergänzt sich dennoch ideal mit aromatischen Emmentalern oder Appenzellern.

Perfekte Paarungen für verschiedene Käsesorten

Für Ziegen- und Schafskäse ist restsüßer Riesling eine ausgezeichnete Wahl. Die animalischen Aromen erhalten durch die Mineralität des Rieslings eine hervorragende Ergänzung. Hier empfiehlt sich der 2024 Ungsteiner Weilberg Riesling Kabinett von Müller-Ruprecht aus der Pfalz (11,60 Euro). Dieser schlanke, feinherbe Riesling begrüßt bereits in der Nase mit salzigen Noten aus der Pfalz und entfaltet in feiner Restsüße Aromen von Pfirsich und Apfel.

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Ebenso gut passt der 2023 Rausch Kabinett vom Saar-Nobelweingut Forstmeister Geltz-Zilliken (24 Euro). Dieser Wein springt einen förmlich an mit Noten von Brioche, Honigmelone, Mandarine und Citrus, die verschiedene Käsesorten veredeln.

Alternativen zu teuren Klassikern

Beim Genuss von Blauschimmelkäse wie dem berühmten Roquefort schwören französische Traditionen auf teure Sauternes-Süßweine. Ein guter Château d’Yquem kostet etwa 220 Euro. Eine erschwingliche Alternative bietet Müller-Ruprechts 2025er Gewürztraminer Spätlese (11,60 Euro). Trotz aller Süße bleibt dieser Wein frisch und präsentiert im Aromenspektrum Ananas, etwas Honig, Mango und reife Birne.

Wer den charakteristischen Karamellton der Sauternes-Weine bevorzugt, kann zu Koehler-Ruprechts 2019er Cuvée Beerenauslese (15,50 Euro) greifen. Dieser klare, reife Wein überzeugt mit einer tollen Balance.

Die richtigen Begleiter für die Käseplatte

Neben Sauerteig-Baguettes gehören Marmeladen, Feigensenf, Nüsse, Weintrauben und Rosinen zu den wichtigen Ergänzungen einer gelungenen Käseplatte. Für besondere Anlässe gilt: Wer sich getrüffelten Käse leistet, sollte Champagner einplanen. Und zum ganz alten, bröckelnden Gouda oder dem französischen Mimolette passt tatsächlich nichts besser als ein alter, dunkelroter Bordeaux.

Diese kulinarischen Erkenntnisse zeigen, dass die traditionelle Käse-Wein-Paarung oft neu gedacht werden kann. Durch das Experimentieren mit verschiedenen Weißweinen lassen sich überraschende und sensorisch ansprechende Kombinationen entdecken, die den gemeinsamen Genuss mit Freunden bereichern.

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