Asbest-Alarm bei Spielsand: Rostocker Händler ziehen Produkte aus dem Sortiment
Asbest in Spielsand: Rostocker Händler reagieren

Asbest in Spielsand entdeckt: Rostocker Händler reagieren umgehend

In einer aktuellen Untersuchung der Stiftung Warentest wurden in verschiedenen Spiel- und Dekosandprodukten teils hohe Anteile von Asbest nachgewiesen. Das krebserregende Material wurde in sechs von achtzehn getesteten Produkten gefunden, darunter kinetischer Sand, Farbsand für Sandbilder und sandgefüllte Spielfiguren. Seit Wochen laufen deshalb Rückrufaktionen im stationären und Online-Handel, die auch Rostocker Geschäfte betreffen.

Herkunft der belasteten Produkte und Risikobewertung

Laboranalysen des CRB Analyse Service in Hardegsen zeigen, dass viele der betroffenen Produkte aus China stammen, wo Materialien mit unter fünf Prozent Asbestanteil teilweise noch als asbestfrei gelten. „Asbesthaltige Spielzeuge und Bedarfsgegenstände sind in der EU grundsätzlich verboten“, betont Claudia Bendrat, Sprecherin des Analyse-Service. Besonders problematisch sind laut Experten lose, staubende Sande, da Kleinkinder beim Spielen Asbestfasern einatmen könnten. Auch europäische Produkte sind vereinzelt betroffen, vermutlich durch natürlich vorkommenden Asbest im Ausgangsgestein wie Marmormehl aus dem Alpenraum.

Rostocker Händler ziehen Produkte vorsorglich aus dem Sortiment

In Rostock reagieren Handelsunternehmen prompt auf die Test-Ergebnisse. Die Buchhandelskette Thalia hat die betroffene Sandbilder-Serie des Herstellers Sentosphère aus ihrem Online-Shop entfernt und bietet Rückerstattungen an. „In unseren stationären Buchhandlungen wurde das betroffene Produkt nicht angeboten“, teilt eine Sprecherin mit. Die Bauhaus AG hat einen pinkfarbenen Deko-Sand und vergleichbare Produkte vorsorglich aus den Regalen genommen und eigene Untersuchungen beauftragt. Ein Unternehmenssprecher erklärt: „Das Prüfergebnis der Stiftung Warentest hat eine Konzentration von unter einem Prozent Asbest festgestellt. Wir prüfen nun, um welche Art von Asbest und Faserstruktur es sich handelt und welche konkrete Gefahr davon ausgeht.“ Sollte sich der Verdacht bestätigen, werden Kunden bei Vorlage des Kassenbons der Kaufpreis erstattet.

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Entwarnung für Sandkästen und Reaktionen aus Rostocker Kitas

Das Labor gibt Entwarnung für Sand in Sandkästen oder auf Baustellen, da dieser überwiegend aus Quarz besteht und keine faserigen Brüche bildet. Rostocker Kita-Leiter zeigen sich trotz der Rückrufaktionen entspannt. Henrike Thaut vom Institut Lernen und Leben, das mehrere Kitas in Rostock unterhält, erklärt: „Wir beziehen grundsätzlich keine Produkte, die nicht explizit für den Kita-Gebrauch ausgewiesen und entsprechend gekennzeichnet sind.“ Christine Runge, Kita-Ressortleiterin der Diakonie Rostocker Stadtmission, ergänzt: „Wir beziehen unseren Spielsand ausschließlich über etablierte Großhändler und achten konsequent auf geprüfte Qualität. Sämtliche Materialien stammen aus TÜV-geprüften Quellen.“

Empfehlungen für Verbraucher und sichere Alternativen

Verbraucherschützer raten vorsorglich davon ab, Sandspiel-Produkte für den Innenbereich zu verwenden, bis sicher geklärt ist, ob diese Asbest enthalten. Stiftung Warentest empfiehlt Nutzern, möglicherweise unsichere Produkte luftdicht zu verschließen und im Sondermüll zu entsorgen. Wer sichergehen will, kann Proben an akkreditierte Labore schicken. Kita-Leiter raten auch für den Hausgebrauch, immer auf Kennzeichnungen wie das CE-Zeichen zu achten, das signalisiert, dass Produkte EU-Anforderungen erfüllen. Regelmäßige Überprüfungen sandhaltiger Produkte durch Händler und die Nutzung von zertifizierten Quellen bleiben die beste Vorsorge gegen gesundheitliche Risiken.

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