Das Sparpaket von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) ist noch nicht beschlossen, doch der Widerstand wächst. Eine aktuelle Umfrage im Auftrag der DAK Gesundheit zeigt, wie angespannt die Lage ist: Die Zufriedenheit der Deutschen mit dem Gesundheitssystem ist auf den niedrigsten Stand seit 15 Jahren gefallen. Nur noch 62 Prozent der Bürger bewerten das Gesundheitswesen positiv, während 2022 noch über 80 Prozent zufrieden waren. Die Zahl der Unzufriedenen hat sich in den vergangenen Jahren verdreifacht – mittlerweile sieht jeder Dritte die Versorgung kritisch.
Vertrauen in Krankenhäuser sinkt
Das Institut für Demoskopie Allensbach befragte vom 18. bis 30. April 1015 Menschen ab 16 Jahren. Die Ergebnisse zeigen eine deutliche Verschlechterung sowohl bei der stationären als auch bei der ambulanten Versorgung. Nur noch 33 Prozent der Befragten haben uneingeschränktes Vertrauen in die Leistungsfähigkeit der Krankenhäuser. 2022 waren es noch 43 Prozent.
Ärztemangel und lange Wartezeiten
Kritik gibt es vor allem am wachsenden Ärztemangel. Der Anteil der Bevölkerung, der einen Ärztemangel in der eigenen Region erlebt, stieg von 13 Prozent im Jahr 2011 auf aktuell 36 Prozent. In Ostdeutschland ist sogar mehr als jeder Zweite betroffen. Lange Wartezeiten auf einen Arzttermin werden von 72 Prozent der Befragten als häufigster Grund für negative Erfahrungen genannt.
Pessimismus für die Zukunft
Die Mehrheit der Befragten (59 Prozent) erwartet, dass sich die Gesundheitsversorgung in den nächsten zehn Jahren weiter verschlechtern wird. Zwei Drittel der Bürger sind der Meinung, dass das System umfassend reformiert werden müsse. Allerdings glauben nur 27 Prozent, dass solche Reformen tatsächlich kommen. 54 Prozent sind skeptisch.
Unzufriedenheit mit der Gesundheitspolitik
Die Unzufriedenheit mit der Bundesregierung wächst: 61 Prozent der Bevölkerung haben keinen guten Eindruck von der Gesundheitspolitik. Das ist laut DAK der schlechteste Wert seit 2009. Warkens Sparpaket stößt bei einigen Punkten auf Zustimmung, etwa bei der Zuckerabgabe und höheren Rabatten für Pharmahersteller. Doch Maßnahmen, die höhere Kosten oder niedrigere Leistungen bedeuten, lehnt eine Mehrheit ab. Besonders groß ist der Widerstand gegen Kürzungen beim Zahnersatz und höhere Kassenbeiträge. Eine große Mehrheit glaubt nicht, dass die Beiträge stabil bleiben, wie Warken und Kanzler Friedrich Merz versprechen.
Forderungen nach Reformen
DAK-Chef Andreas Storm fordert angesichts der Umfrageergebnisse „wirkungsvolle Therapien“ im Gesundheitssystem. Die Menschen hätten kein Vertrauen in die Lösungskompetenz der Politik. Er verlangt von Warken eine Kombination aus fairer Lastenverteilung und mutigen Strukturreformen. Nur so könne die Regierung Vertrauen zurückgewinnen.



