Neue Studie: Alkoholkonsum fördert gefährliches inneres Bauchfett unabhängig vom Körpergewicht
Alkohol fördert gefährliches Bauchfett unabhängig vom Gewicht

Forschungsergebnisse: Alkohol begünstigt gefährliches inneres Bauchfett

Eine aktuelle wissenschaftliche Untersuchung der Universität Oxford belegt einen eindeutigen Zusammenhang zwischen regelmäßigem Alkoholkonsum und der Einlagerung von schädlichem inneren Bauchfett. Diese als Viszeralfett bezeichnete Fettmasse lagert sich tief im Bauchraum zwischen den Organen ab und gilt als besonders riskant für die Entwicklung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie verschiedenen Stoffwechselstörungen.

Studiendesign und Teilnehmergruppe

Unter der Leitung von Forscher Joel Chesters analysierte das Team spezielle Körperscans von 5.761 Männern und Frauen im Alter zwischen 25 und 75 Jahren. Die Probanden wurden sowohl auf ihren allgemeinen Körperfettanteil als auch auf das spezifische innere Bauchfett untersucht. Parallel dazu gaben alle Teilnehmer detaillierte Angaben zu ihrem rückwirkend geschätzten Alkoholkonsum. Die Ergebnisse zeigen, dass Personen mit höherem Alkoholkonsum überproportional viel Viszeralfett einlagern – und dies unabhängig von ihrer Gesamtkörperfettmasse.

Konkrete Schwellenwerte und messbare Effekte

Die im International Journal of Obesity veröffentlichte Studie identifiziert klare Grenzwerte, ab denen der negative Effekt signifikant zunimmt:

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  • Bei Männern steigt das viszerale Fett deutlich ab mehr als 17 Alkoholeinheiten pro Woche
  • Bei Frauen zeigt sich dieser Effekt bereits ab mehr als 10 Einheiten wöchentlich

Eine Einheit entspricht dabei 8 Gramm reinem Alkohol, was etwa einem kleinen Glas Wein (0,1 Liter) oder einem 0,2-Liter-Glas Bier gleichkommt.

Quantifizierbare Unterschiede zwischen den Geschlechtern

Die konkreten Messergebnisse verdeutlichen die Dimension des Problems:

  1. Männer mit über 17 Alkoholeinheiten pro Woche wiesen – unabhängig von ihrer Körperfettmasse – etwa 11 Prozent mehr viszerales Fett auf als Männer mit 10 bis 17 Einheiten.
  2. Im Vergleich zu Wenigtrinkern (1 bis 4 Einheiten) lag dieser Wert sogar bei rund 14 Prozent höher.
  3. Frauen mit mehr als 10 Einheiten pro Woche hatten etwa 17 Prozent mehr schädliches Bauchfett als Frauen mit 5 bis 10 Einheiten.

Besondere Herausforderung bei der Diagnose

Ein bemerkenswerter Aspekt der Studie betrifft die Geschlechterunterschiede bei der Erkennung des Problems. Während bei Männern der Taillenumfang einen deutlichen Zusammenhang mit dem Alkoholkonsum zeigte, erwies sich dieser Indikator bei Frauen als unzuverlässig. Trotz zunehmenden inneren Bauchfetts blieb der Taillenumfang bei alkoholkonsumierenden Frauen oft unverändert, was die Diagnose erschwert. Auch das Taille-Hüft-Verhältnis sagt bei Frauen offenbar wenig über den tatsächlichen Viszeralfettanteil aus.

Wichtige wissenschaftliche Einschränkung

Die Forscher betonen einen entscheidenden Punkt: Die Studie belegt zwar einen klaren statistischen Zusammenhang zwischen Alkoholmenge und gefährlichem Bauchfett – unabhängig vom Gesamtkörperfett – kann jedoch nicht beweisen, dass Alkohol die alleinige Ursache für die Fetteinlagerung ist. Weitere Faktoren wie Ernährung, Bewegung und genetische Veranlagung spielen ebenfalls eine Rolle und wurden in dieser Untersuchung nicht vollständig kontrolliert.

Die Ergebnisse unterstreichen jedoch die Bedeutung eines bewussten Umgangs mit Alkohol, insbesondere für Personen, die bereits Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen aufweisen oder entsprechende familiäre Vorbelastungen haben.

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