Die Herzsportgruppe Teterow ist seit Jahren ein beliebter Anlaufpunkt für Menschen mit Herzerkrankungen. Jeden Mittwoch treffen sich die Teilnehmer in der Turnhalle Nord, um unter fachkundiger Anleitung zu trainieren. Aufgrund der großen Nachfrage werden sogar zwei Kurse nacheinander angeboten: einer um 14:30 Uhr und ein weiterer um 15:30 Uhr.
Betreutes Training mit ärztlicher Aufsicht
„Meist sind es Aufwärm-, Dehnungs- und Ausdauerübungen, die ich vorturne“, erklärt Karin Buchwald, Übungsleiterin der Herzsportgruppe. An diesem Mittwoch stehen jedoch überwiegend Gymnastikübungen auf dem Hocker auf dem Programm. „Es ist plötzlich sehr schnell sehr warm geworden, und da sollen sich die Teilnehmer nicht überanstrengen“, erläutert die erfahrene Vorturnerin.
Ein fester Bestandteil jeder Sportstunde ist die Anwesenheit eines Arztes. Kati Clasen, Fachärztin für Allgemeinmedizin, ist eine von vier Medizinern, die wöchentlich abwechselnd die Gruppe betreuen. Sie misst vor dem Training den Blutdruck der Teilnehmer und erkundigt sich nach deren Befinden. „Ich bleibe die ganze Zeit bei der Herzsportgruppe, denn wenn etwas sein sollte, könnte ich eingreifen“, sagt sie. Für Notfälle hat sie einen Koffer mit Kanülen, Adrenalin und Beatmungsausrüstung dabei. Zudem steht ein Defibrillator in der Turnhalle bereit.
Gemeinschaft und gegenseitige Unterstützung
Hans-Joachim Pagirnus, der vor mehreren Jahren drei Bypässe erhielt, kommt fast jeden Mittwoch. „Wir sind hier auch unter Aufsicht“, betont er und schätzt die medizinische Betreuung. „Wenn man nicht mehr so kann, wird man hier aufgefangen.“ Er fühlt sich wohl in der Gruppe und kommt mit den anderen Teilnehmern automatisch ins Gespräch.
Die Herzsportgruppe Teterow wurde 1994 von Paul Nehls gegründet und startete 1996 mit nur sechs Teilnehmern. Die Zahl wuchs schnell auf Spitzenwerte von etwa 80 Personen. Heute sind es rund 60, von denen aus gesundheitlichen Gründen nie alle gleichzeitig kommen können.
Herzsport in Mecklenburg-Vorpommern
Ulli Zaumseil, Geschäftsführer des Landesverbandes für Prävention und Rehabilitation von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, schätzt die Gesamtzahl der Herzsportgruppen in Mecklenburg-Vorpommern auf 130 bis 140. Davon organisiert der LVPR etwa 100. „Mitmachen kann man nur mit einer Verordnung durch den Kardiologen oder Hausarzt“, erklärt er. Voraussetzung ist eine bestehende Herz-Kreislauf-Erkrankung; die Krankenkasse übernimmt in der Regel die Kosten.
Herausforderung: Übungsleiter gesucht
Ein ständiges Problem ist die Suche nach Übungsleitern. Karin Buchwald ist bereits seit 30 Jahren dabei und hat viele Fortbildungen absolviert. „Ich habe weitergemacht, weil Sport mein Hobby ist, aber auch wegen des guten Zusammenhalts und der gemeinsamen Aktivitäten“, sagt die 68-Jährige. Neben den Sportstunden werden auch Frauentags- und Weihnachtsfeiern organisiert.
Rita Podiykus, die an einer Herzrhythmusstörung leidet, kommt seit anderthalb Jahren zur Gruppe. „Es tut mir gut. Ich bin fast schon ein wenig süchtig danach“, erzählt sie lachend. Hans-Joachim Pagirnus sieht den Sport als positiv für den Körper: „Meine Fitness ist stabil geworden.“



