Kniescheiben-Arthrose: Knirschen wie eine Kaffeemühle vermeiden
Kniescheiben-Arthrose vorbeugen und behandeln

Knirscht Ihr Knie bei jeder Bewegung deutlich und klingt ähnlich wie eine Kaffeemühle? Das könnte ein Anzeichen für eine Kniescheiben-Arthrose sein. Professor Sven Ostermeier, leitender Orthopäde in der Gelenk-Klinik Gundelfingen, erklärt: „Auslöser sind degenerative Veränderungen hinter der Kniescheibe, auch Patella genannt.“ Eine frühzeitige Behandlung oder noch besser die Vorbeugung ist entscheidend.

Warum die Kniescheibe so wichtig ist

Ohne die Kniescheibe würde buchstäblich nichts laufen. „Dieser scheibenförmige Knochen an der Knievorderseite ist wichtig für die Streckbewegung des Kniegelenks beim normalen Gehen und Stehen“, so der Facharzt. Bei jeder Bewegung gleitet sie in der Gleitrinne am Kniegelenk hin und her. Funktioniert dies nicht reibungslos, macht sich das durch ein deutliches Knirschen bemerkbar.

Wer ist besonders betroffen?

Viele Menschen ab 50 Jahren leiden unter einer Kniescheiben-Arthrose. Besonders gefährdet sind Personen, die schwere Lasten tragen oder beruflich häufig knien müssen. Dabei wird die Kniescheibe erheblichem Druck ausgesetzt, was den Gelenkknorpel zunehmend abträgt. Auch Jogger können einen Knorpelverschleiß hinter der Kniescheibe entwickeln.

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Symptome erkennen

Die Kniescheiben-Arthrose äußert sich besonders beim Abwärtsgehen von Treppen oder beim Bergablaufen, so Ostermeier. Auch beim Aufstehen aus der Sitzposition, beim Knien oder in der Hockstellung macht sie sich bemerkbar. Manche Patienten spüren eine Einsteifung des Kniegelenks, in einigen Fällen scheint das Knie ganz blockiert. Bei einer entzündlich aktivierten Arthrose kann es zu einer Überwärmung und Schwellung des Gelenks im Bereich der Kniescheibe kommen.

Frühzeitige Behandlung ist wichtig

Eine frühzeitige Behandlung ist entscheidend, um ein Übergreifen der Arthrose auf das gesamte Kniegelenk zu verhindern. Die meisten Knorpelschäden hinter der Kniescheibe können konservativ behandelt werden.

Vorbeugung und Selbsthilfe

Ein Blick auf die Waage und gegebenenfalls eine Gewichtsreduktion können die Symptome positiv beeinflussen. Auch die Stärkung der Muskulatur entlastet die Knie. Oft bessern sich die Symptome bereits durch eine Kräftigung des großen Oberschenkelmuskels, etwa durch Kniebeugen. Dehnungsübungen fördern die seitliche Beweglichkeit und sind gut für die Kniescheibe.

Bevor Sie mit Übungen beginnen, sollten Sie bei Knieproblemen immer einen Facharzt aufsuchen – insbesondere bei akuten Schmerzen oder entzündeten Gelenken. Der Arzt kann zu schmerzlindernden Medikamenten sowie weiteren Behandlungsformen wie einer Knorpelzelltransplantation oder Implantaten beraten.

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Drei Übungen für gesunde Knie

  1. Legen Sie sich flach auf den Rücken. Heben Sie ein Bein an und ziehen Sie den Fuß Richtung Gesäß. Halten Sie die Position einige Sekunden und strecken Sie das Bein wieder aus. Wiederholen Sie die Übung ein Dutzend Mal mit jedem Fuß.
  2. Setzen Sie sich auf einen stabilen Tisch und lassen Sie die Beine frei schwingen. Dadurch verteilt sich die Gelenkschmiere über die gesamte Knorpelfläche des Kniegelenks und verbessert die Versorgung des Knorpels.
  3. Stehen Sie mit einem Bein fest auf dem Boden. Lassen Sie das andere Bein aktiv hin und her pendeln – etwa zehnmal. Wiederholen Sie die Bewegung auf jeder Beinseite dreimal. Diese Gleichgewichtsübung stärkt die Muskulatur im stehenden Bein und verbessert die Koordination. Tipp: Eine Stuhllehne kann anfangs zusätzlichen Halt geben.