Milch-Alarm für Männer: 25 Prozent mehr Prostatakrebs bei Vieltrinkern
Milch-Alarm für Männer: 25% mehr Prostatakrebs

Studie: Milchkonsum erhöht Prostatakrebsrisiko um 25 Prozent

Prostatakrebs zählt weltweit zu den häufigsten Krebserkrankungen bei Männern. Laut der Studienreihe „Global Burden of Disease“ ist die Anzahl der Neuerkrankungen zwischen 1990 und 2021 um 161,5 Prozent gestiegen. Im Jahr 2021 wurden rund 1,32 Millionen neue Fälle diagnostiziert. Neben dem Rauchen rückt nun ein alltägliches Nahrungsmittel in den Fokus der Forschung: Milch.

Studienergebnisse: Milch und Prostatakrebsrisiko

Gary E. Fraser, Professor für Medizin an der Loma Linda University, untersuchte gemeinsam mit Kollegen im Jahr 2022 den Zusammenhang zwischen Milchkonsum und Prostatakrebs. Grundlage der Analyse waren Daten der „Adventist Health Study-2“ (AHS-2). Die Teilnehmer dieser Studie gehören der protestantischen Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten an, die sich überwiegend vegetarisch oder vegan ernähren und auf Tabak sowie Alkohol verzichten. Über einen Zeitraum von etwa acht Jahren wurden 28.737 krebsfreie Männer in Nordamerika beobachtet. Am Ende der Studie erkrankten 1.254 Probanden an Prostatakrebs. Erfasst wurden unter anderem Ernährungsgewohnheiten, Alter, familiäre Vorbelastung, Body-Mass-Index (BMI), Alkoholkonsum, Bewegungsverhalten und die Teilnahme an Vorsorgeuntersuchungen. Die Krebsfälle wurden mit dem nationalen Krebsregister abgeglichen.

Das zentrale Ergebnis: Ein hoher Milchkonsum erhöht das Risiko für Prostatakrebs. Männer, die täglich 430 Milliliter Milch tranken, hatten ein um 25 Prozent höheres Risiko als jene, die nur 20 Milliliter pro Tag zu sich nahmen. Besonders auffällig war, dass das Risiko bis zu einer Menge von 150 Millilitern pro Tag stark anstieg, danach flachte die Kurve ab. „Es ist fast so, als ob ein biologischer oder biochemischer Weg bei etwa zwei Dritteln einer Tasse Milch pro Tag gesättigt wäre“, erklärte Fraser in einer Pressemitteilung. Die Forscher fanden keine Unterschiede zwischen Vollmilch, fettreduzierter Milch oder Magermilch.

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Empfehlungen der Forscher

Die Wissenschaftler raten, möglichst wenig Milch zu trinken – idealerweise nicht mehr als 20 Milliliter täglich. Für Männer mit Prostatakrebsfällen in der engen Familie sei es sogar empfehlenswert, ganz auf Milch zu verzichten. „Wenn Sie der Meinung sind, dass Sie einem überdurchschnittlichen Risiko ausgesetzt sind, sollten Sie Milchalternativen aus Soja, Hafer, Cashewnüssen und anderen pflanzlichen Rohstoffen in Betracht ziehen“, empfiehlt Professor Fraser.

Mögliche Ursachen: Hormone und Wachstumsfaktoren

Als mögliche Ursache für den Zusammenhang gelten Hormone in der Milch. Bis zu 75 Prozent der milchproduzierenden Kühe sind trächtig, was den Gehalt an Geschlechtshormonen erhöht. Zudem wird diskutiert, ob Milchproteine den Insulin-like Growth Factor 1 (IGF-1) ansteigen lassen, einen Wachstumsfaktor, der mit Krebs in Verbindung gebracht wird.

Käse und Joghurt: Kein erhöhtes Risiko

Interessanterweise fanden die Forscher keinen Zusammenhang zwischen dem Konsum von Käse oder Joghurt und einem erhöhten Prostatakrebsrisiko. Auch pflanzliches Calcium, ein Nährstoff, der ebenfalls in Milch enthalten ist, zeigte keine risikosteigernde Wirkung.

Einschränkungen der Studie

Es ist wichtig zu beachten, dass es sich bei der Untersuchung um eine Beobachtungsstudie handelt. Sie kann keine Ursache-Wirkung-Beziehung beweisen. Zudem basierten die Ernährungsdaten auf Fragebögen, die fehleranfällig sein können. Dennoch liefern die Ergebnisse wichtige Hinweise für die Prävention von Prostatakrebs.

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