Hantavirus-Ausbruch: Kreuzfahrtschiff erreicht Teneriffa
Hantavirus: Kreuzfahrtschiff auf Teneriffa erwartet

Die Ankunft des von einem Hantavirus-Ausbruch betroffenen Kreuzfahrtschiffs „Hondius“ wird am frühen Sonntagmorgen auf Teneriffa erwartet. Die knapp 150 Menschen an Bord sollen nach einer 40-tägigen Odyssee in ihre Heimatländer ausgeflogen werden. Die Reise begann am 1. April in Ushuaia im Süden Argentiniens und nahm unterwegs eine dramatische Wendung.

Rückführungsflüge geplant

Der spanische Innenminister Fernando Grande-Marlaska bestätigte auf einer Pressekonferenz mit Gesundheitsministerin Mónica García, dass die Rückführungsflüge nach Frankreich, Deutschland, Belgien, Irland und in die Niederlande bereits geplant sind. Das Risiko für die Bevölkerung Teneriffas sei gering, da auf dem Schiff kein neuer Verdachtsfall aufgetreten sei, erklärte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus.

Strenge Sicherheitsmaßnahmen

Die Passagiere werden im Industriehafen von Granadilla an Land gebracht, in versiegelten Fahrzeugen über einen abgesperrten Korridor eskortiert und direkt zu den Flugzeugen gefahren. Sie werden keinen Kontakt zur Bevölkerung haben. Die Koffer müssen bis auf leichtes Handgepäck an Bord bleiben.

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Bedenken der Bevölkerung

Auf Teneriffa waren in den letzten Tagen erhebliche Bedenken gegen die Ankunft des Schiffes laut geworden, da viele Menschen an die Corona-Pandemie erinnert wurden. Der Regierungschef der Kanaren, Fernando Clavijo, sagte, er werde erst beruhigt sein, wenn alle Passagiere die Insel verlassen haben. WHO-Direktor Tedros betonte jedoch, dass es sich nicht um ein neues Covid handle.

Deutsche an Bord

An Bord befinden sich Reisende und Besatzungsmitglieder aus 23 Ländern, darunter eine mittlere einstellige Zahl deutscher Staatsangehöriger. Das Robert Koch-Institut empfiehlt eine sechswöchige Quarantäne ab dem Zeitpunkt der letzten möglichen Exposition. Eine häusliche Quarantäne sei möglich, sofern die Betroffenen einen eigenen Raum und ein eigenes Bad nutzen können.

Ablauf der Ausschiffung

Die „Hondius“ wird zwischen 4.00 und 6.00 Uhr Ortszeit vor dem Hafen erwartet. Die Ausschiffung beginnt bei Tageslicht. Zuerst werden die 14 Spanier zum Flughafen Teneriffa Süd gebracht und mit einer Militärmaschine nach Madrid geflogen. Anschließend werden die anderen Nationalitäten in kontrollierten Gruppen von Bord geholt und zu den Flugzeugen gebracht.

Weiterfahrt des Schiffs

Nach der Ausschiffung setzt die „Hondius“ mit einer Restbesatzung ihre Fahrt in die Niederlande fort. Die Desinfektion des Schiffs erfolgt erst dort. Die Leiche einer an Bord gestorbenen Deutschen wird nicht auf Teneriffa an Land gebracht.

Nach WHO-Angaben gibt es sechs bestätigte Hantavirus-Fälle und zwei Verdachtsfälle, drei Menschen sind gestorben. Die verbliebenen Passagiere sind symptomfrei. Hantaviren werden üblicherweise durch Nager übertragen, beim Andes-Typ ist jedoch auch eine Übertragung von Mensch zu Mensch möglich.

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