Studie: Hochdosierte Grippeimpfung könnte Alzheimer-Risiko um 20 Prozent senken
Hochdosierte Grippeimpfung senkt Alzheimer-Risiko um 20%

Hochdosierte Grippeimpfung zeigt vielversprechende Wirkung gegen Alzheimer

Eine einfache Grippeimpfung könnte weit mehr bewirken als bisher angenommen: Eine aktuelle Studie aus den USA deutet darauf hin, dass eine hochdosierte Grippeimpfung mit einem signifikant geringeren Alzheimer-Risiko in Verbindung steht. Diese Erkenntnis ist besonders für ältere Menschen von großer Bedeutung, da Alzheimer zu den gefürchtetsten Erkrankungen im höheren Lebensalter zählt und bislang keine Heilung möglich ist.

Umfangreiche Studie mit über 160.000 Teilnehmern

Forscher des renommierten Massachusetts General Hospital in Boston werteten umfangreiche Gesundheitsdaten aus den Jahren 2014 bis 2019 aus. Die Studie umfasste mehr als 160.000 Personen ab 65 Jahren, die zu Beginn der Untersuchung keine Gedächtnisprobleme aufwiesen. Alle Teilnehmer wurden nach ihrer Grippeimpfung über einen Zeitraum von zwei bis drei Jahren medizinisch beobachtet und begleitet.

Die Verteilung der Impfungen gestaltete sich wie folgt:

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  • Mehr als 120.000 Personen erhielten eine hochdosierte Grippeimpfung
  • Rund 44.000 Teilnehmer bekamen die Standarddosis verabreicht
  • Das Durchschnittsalter der Probanden lag bei 74 Jahren
  • 57 Prozent der Studienteilnehmer waren Frauen

Die Alzheimer-Diagnosen wurden anhand von ärztlichen Befunden und verschriebenen Medikamenten erfasst, um eine möglichst genaue Datengrundlage zu schaffen.

Signifikante Risikoreduktion durch Hochdosis-Impfung

Die Auswertung der Studiendaten ergab ein bemerkenswertes Ergebnis: Innerhalb der ersten 25 Monate nach der Impfung zeigte sich bei den Empfängern der hochdosierten Grippeimpfung ein deutlich geringeres Alzheimer-Risiko. Dr. Paul Schulz von der McGovern Medical School at UTHealth Houston erklärte dazu: „Die Ergebnisse unserer Untersuchung zeigen, dass die höhere Dosis im Vergleich zur Standarddosierung eine Risikoreduzierung um etwa 20 Prozent bewirkte.“

Allerdings weisen die Wissenschaftler auf wichtige Einschränkungen hin: Die Studie zeigt zwar einen klaren Zusammenhang zwischen der hochdosierten Impfung und einem geringeren Alzheimer-Risiko, beweist aber noch nicht, dass die Impfung die direkte Ursache für diesen Schutz darstellt. Zudem könnte der schützende Effekt erst mit zeitlicher Verzögerung einsetzen, und frühe Auswirkungen könnten durch bereits unerkannte Erkrankungen beeinflusst worden sein.

Frühere Forschungsergebnisse bestätigen den Trend

Bereits frühere Untersuchungen desselben Forschungsteams deuteten auf einen ähnlichen Zusammenhang hin. Dr. Schulz erläuterte gegenüber „MedPage Today“: „Unsere erste Veröffentlichung aus dem Jahr 2022 ergab, dass eine Grippeimpfung das Alzheimer-Risiko um bis zu 40 Prozent senken kann – bei sechs jährlichen Impfungen über einen Zeitraum von bis zu acht Jahren.“

Die Forscher betonen jedoch, dass weitere Studien notwendig sind, um die Ergebnisse zu untermauern. Aktuelle Einschränkungen der Studie umfassen fehlende Sterbedaten und eine begrenzte Nachbeobachtungszeit von maximal drei Jahren. Dennoch bieten die aktuellen Erkenntnisse einen vielversprechenden Ansatzpunkt für die Prävention von Alzheimer-Erkrankungen im höheren Lebensalter.

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