Hantavirus in Pfizer-Liste: Kein Zusammenhang mit Impfung
Hantavirus in Pfizer-Liste: Kein Zusammenhang mit Impfung

Ein angebliches Pfizer-Dokument sorgt derzeit in sozialen Netzwerken für Wirbel. Darin soll ein Zusammenhang zwischen dem Corona-Impfstoff von BioNTech/Pfizer und dem Hantavirus belegt sein. Nutzer verweisen auf Seite 33 eines 38-seitigen Papiers. Tatsächlich handelt es sich um einen routinemäßigen Sicherheitsbericht, der keine Belege für einen ursächlichen Zusammenhang liefert.

Was ist das Pfizer-Dokument?

Das Dokument fasst alle bis zum 28. Februar 2021 eingegangenen Meldungen über unerwünschte Ereignisse nach der Zulassung des Impfstoffs BNT162b2 zusammen. Es ist Teil des umfangreichen Zulassungsdossiers, das ab November 2021 in den USA nach einer Klage schrittweise veröffentlicht wurde. Solche Berichte sind in der Arzneimittelsicherheit Standard: Sie sammeln alle weltweit gemeldeten Ereignisse, die zeitlich nach einer Impfung auftreten. Wichtig ist: Eine Meldung bedeutet nicht, dass die Impfung die Ursache war.

Was steht auf Seite 33?

Dort findet sich der Begriff „Hantavirus pulmonary infection“ (Hantavirus-Lungeninfektion). Er steht in einer alphabetischen Liste möglicher Erkrankungen, die überwacht werden sollen. Solche Listen enthalten oft Hunderte medizinische Begriffe – von seltenen Infektionen bis zu Autoimmunerkrankungen. Sie dienen dazu, mögliche Signale systematisch zu erfassen, falls sie irgendwo auftreten. Der Begriff taucht also nur in einer Beobachtungsliste auf, nicht als bekannte Nebenwirkung.

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Verursacht der Impfstoff eine Hantavirus-Infektion?

Nein. Im gesamten Dokument gibt es keinen Hinweis, dass das Hantavirus durch den Impfstoff ausgelöst wurde. Auch internationale Gesundheitsbehörden wie die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA), die Weltgesundheitsorganisation (WHO) oder die US-Gesundheitsbehörde CDC führen das Hantavirus nicht als bekannte Nebenwirkung der Corona-Impfstoffe. Der Begriff steht lediglich in einer Überwachungsliste – ein typisches Vorgehen in der Pharmakovigilanz.

Warum werden solche Begriffe überhaupt gelistet?

In der Arzneimittelsicherheit gilt das Prinzip: Lieber zu viel beobachten als zu wenig. Deshalb werden auch sehr seltene oder theoretisch mögliche Erkrankungen in Überwachungslisten aufgenommen. Bekommt jemand kurz nach einer Impfung eine Infektion, kann das gemeldet werden – selbst wenn kein Zusammenhang besteht. Erst durch umfangreiche Daten und statistische Analysen kann geklärt werden, ob ein echtes Risiko vorliegt. Im Fall des Hantavirus gibt es dafür keinerlei Anhaltspunkte.

Gibt es einen Zusammenhang mit aktuellen Hantavirus-Fällen?

Hantaviren sind seit Jahrzehnten bekannte Viren, die meist durch Nagetiere übertragen werden. Aktuelle Fälle – wie der Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff „Hondius“ – werden separat von den Gesundheitsbehörden untersucht. Ein Zusammenhang mit der Corona-Impfung besteht nicht. Fazit: Die Behauptung, das Pfizer-Dokument belege ein Hantavirus-Risiko durch den Impfstoff, ist irreführend. Es handelt sich um eine reine Überwachungsliste ohne Nachweis einer Kausalität.

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