Nach einem Hantavirus-Ausbruch auf einem Kreuzfahrtschiff im Atlantik hat sich der Virologe Prof. Klaus Stöhr zu den Warnsignalen und Schutzmöglichkeiten geäußert. In einem Interview erklärte er, welche Symptome auf eine Infektion mit dem Hantavirus hindeuten und wie man sich künftig vor einer Ansteckung schützen kann.
Typische Symptome einer Hantavirus-Infektion
Laut Stöhr gehören zu den häufigsten Frühsymptomen plötzlich auftretendes Fieber, starke Kopf- und Gliederschmerzen sowie Übelkeit und Erbrechen. Im weiteren Verlauf könnten auch Bauchschmerzen und Durchfall hinzukommen. Besonders charakteristisch seien jedoch Sehstörungen, die oft als unscharfes Sehen oder Lichtempfindlichkeit beschrieben werden. „Diese Symptome treten meist zwei bis vier Wochen nach der Ansteckung auf und können leicht mit einer Grippe verwechselt werden“, warnte der Experte.
Risikogruppen und Verlauf
Stöhr betonte, dass die Erkrankung bei gesunden Erwachsenen oft mild verlaufe, aber bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem oder Vorerkrankungen zu schweren Komplikationen wie Nierenversagen führen könne. „In seltenen Fällen kann das Hantavirus auch eine Lungenbeteiligung verursachen, die lebensbedrohlich sein kann“, so der Virologe. Er empfahl daher, bei Verdacht auf eine Infektion sofort einen Arzt aufzusuchen.
Schutzmaßnahmen gegen das Hantavirus
Um sich vor einer Ansteckung zu schützen, riet Stöhr zu folgenden Maßnahmen: Vermeidung von Kontakt mit Nagetieren, insbesondere mit deren Ausscheidungen, da das Virus hauptsächlich durch erregerhaltigen Staub übertragen wird. „Wer in Risikogebieten unterwegs ist, sollte beim Reinigen von Schuppen oder Kellern eine Atemschutzmaske tragen und die Räume vorher gut lüften“, erklärte er. Auch auf Kreuzfahrtschiffen sei eine gute Hygiene und Schädlingsbekämpfung entscheidend.
Fazit des Virologen
Stöhr abschließend: „Die meisten Infektionen verlaufen glimpflich, aber die Symptome sollten ernst genommen werden. Mit einfachen Vorsichtsmaßnahmen kann man das Risiko deutlich senken.“



