Hantavirus-Angst: Riesen-Suche nach den 82 Passagieren von Flug „4Z132“
Die Passagiere der Embraer 190 der Airline Airlink werden gesucht. Isabel Pfannkuche berichtet.
Johannesburg (Südafrika) – Wo sind die Passagiere von Flug 4Z132? Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sucht dringend nach 82 Fluggästen. Denn sie könnten sich an Bord mit dem gefährlichen und zum Teil tödlich verlaufenden Hantavirus angesteckt haben! Und die Krankheit jetzt weiter in der Welt verteilen.
Auf dem Kreuzfahrtschiff „MV Hondius“, das von Ushuaia (Argentinien) auf dem Weg durch den Atlantik war, waren zuletzt drei Passagiere an dem grippeähnlichen Virus verstorben. Vier weitere Urlauber haben sich bisher infiziert. Die Betroffenen klagen über Fieber, Magen-Darm-Beschwerden, Lungenentzündungen und Atemnot. Das Virus wird eigentlich durch den Kontakt mit Urin, Kot und Speichel infizierter Nagetiere, wie etwa Mäusen, übertragen. Aber: Die WHO geht davon aus, dass es auf dem Schiff auch Ansteckungen zwischen Menschen gegeben hat. Insgesamt sind 147 Passagiere an Bord.
Auf diesem Kreuzfahrtschiff ist die gefährliche Krankheit ausgebrochen
Am 25. April wurde eine Frau, die auf dem Kreuzfahrtschiff Urlaub machte, von St. Helena nach Südafrika geflogen. Im Krankenhaus verstarb die Niederländerin (69) an den Folgen des Hantavirus. Zuvor war bereits ihr Mann (70) verstorben, später auch ein Deutscher. Die WHO sucht deshalb jetzt nach den Passagieren des Fluges 4Z132. Denn auch sie könnten sich bei der Verstorbenen infiziert haben.
Die Maschine Embraer 190 der südafrikanischen Airline Airlink startete um 14.40 Uhr (Greenwich Mean Time) vom Flughafen St. Helena und landete um 20.31 Uhr (South African Standard Time) im südafrikanischen Johannesburg. „Die Kontaktverfolgung der Passagiere des Fluges wurde eingeleitet“, schreibt die WHO.
Kanaren wollen Schiff nicht anlegen lassen
Derweil ist das Kreuzfahrtschiff mit den bestätigten Hantavirus-Fällen aktuell noch immer bei Kap Verde (Afrika) unterwegs und fährt auf Europa zu. Der Präsident der Kanarischen Inseln hat bereits angekündigt, das Schiff nicht anlegen zu lassen. An Bord ist nur ein Arzt.



