Zeckensaison in vollem Gange: Erste Infektionen in Sachsen gemeldet
Mit den steigenden Frühlingstemperaturen beginnt in Deutschland die Zeckensaison, die in der Regel von März bis September andauert. Bereits jetzt werden die ersten Krankheitsfälle aus Sachsen gemeldet. Laut dem aktuellen epidemiologischen Wochenbericht der Landesuntersuchungsanstalt wurden bis Ende März insgesamt 160 Borreliose-Infektionen und vier Fälle von Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) registriert.
Neues Risikogebiet Nordsachsen und alarmierende Impfquote
Seit diesem Jahr gilt Nordsachsen offiziell als neues FSME-Risikogebiet. Damit sind nun von den 13 Landkreisen und kreisfreien Städten in Sachsen nur noch die Stadt Leipzig und der Landkreis Leipzig nicht als Risikogebiete eingestuft. Diese Einstufung erfolgt durch das Robert Koch-Institut (RKI), wenn in einer Region ein besonders hohes Erkrankungsrisiko besteht und Schutzimpfungen dringend empfohlen werden.
Doch trotz dieser klaren Risikolage bleibt die Impfbereitschaft in der Bevölkerung erschreckend niedrig. Sozialministerin Petra Köpping (SPD) betont, dass im Jahr 2024 lediglich 19,5 Prozent der sächsischen Bevölkerung über einen ausreichenden Impfschutz durch mindestens zwei Impfdosen verfügten. Aktuelle Daten für das Jahr 2025 liegen noch nicht vor, doch die Tendenz gibt Anlass zur Sorge.
Gefährliche Krankheitsbilder: Borreliose und FSME
Zecken können sowohl die Lyme-Borreliose als auch FSME übertragen, zwei Erkrankungen mit teils schwerwiegenden Verläufen. Die Borreliose äußert sich häufig durch Müdigkeit, Leistungsabfall, Fieber und eine charakteristische kreisförmige Hautrötung um die Einstichstelle. Unbehandelt kann sie zu Gelenk-, Herzmuskel- und Nervenentzündungen führen und wird üblicherweise mit Antibiotika therapiert.
FSME beginnt dagegen mit grippeähnlichen Symptomen und kann in späteren Stadien zu neurologischen Ausfällen führen. Gegen FSME existiert eine wirksame Schutzimpfung, die von den gesetzlichen Krankenkassen in Risikogebieten übernommen wird. Das Sozialministerium weist jedoch darauf hin, dass die Wahrscheinlichkeit einer schweren Erkrankung zwar relativ gering ist – nur etwa jede hundertste Zecke in Risikogebieten trägt das Virus –, aber etwa ein Prozent der Erkrankten an den Folgen stirbt.
Impfmöglichkeiten und Kostenübernahme
Wer sich impfen lassen möchte, kann sich an Hausärzte oder die Impfstellen der Gesundheitsämter wenden. Die Kosten für FSME-Impfungen werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen, sofern ein Wohnsitz oder Aufenthalt in einem offiziellen Risikogebiet vorliegt. Bewohner der Stadt Leipzig und des Landkreises Leipzig, die aktuell nicht als Risikogebiete gelten, sollten die Kostenübernahme direkt bei ihrer Krankenkasse erfragen.
Historischer Anstieg der Infektionszahlen
Die Dringlichkeit von Schutzmaßnahmen wird durch die Entwicklung der Vorjahre unterstrichen. Im Jahr 2025 stieg die Zahl der gemeldeten Borreliose-Fälle in Sachsen sprunghaft von etwa 1.600 auf rund 2.600 Fälle an. Zusätzlich wurden 48 FSME-Erkrankungen registriert. Zecken werden ab Temperaturen von etwa sechs Grad Celsius aktiv, weshalb mit dem Frühling die Hauptsaison für Zeckenstiche beginnt.
Sozialministerin Köpping appelliert daher eindringlich an die Bevölkerung, das Impfangebot wahrzunehmen und sich über die Risiken von Zeckenstichen zu informieren. „Prävention ist der beste Schutz“, betont die Ministerin und verweist auf die einfachen Möglichkeiten, sich und seine Familie vor den gefährlichen Folgen von Zeckenstichen zu schützen.



